Montag, 27. April 2009
27.04.09 Hornillos del Camino nach Itero de la Vega
Na wenigstens haben die ganzen Superpilger hier heute Nacht nicht geschnarcht und ich habe gut geschlafen.

Das Wetter ist heute Morgen wieder ein bisschen besser, allerdings noch nicht viel waermer.
Heute kommt noch ein netter kuehler Wind aus dem Westen -also mitten ins Gesicht- hinzu.

Vorab muss ich jetzt mal kurz auslaendisch werden.

Dear Cemi,
happy birthday to you. I wish you all the best, happyness and healthy. God bless you!!!

So, das waere jetzt auch erledigt. Cemi hat uns naemlich in Burgos verlassen. Er muss jetzt wieder arbeiten. Der arme Kerl. Wir werden ihn alle vermissen.

ich vermisse jetzt auch schon meinen Onkel Wim und Theo. Die beiden Rennpilger sind jetzt ca. 1 Etappe voraus. Da halte ich jetzt nicht mehr mit. Aber ich bin mir sicher, dass wir uns wieder treffen werden, und sei es in Santiago vor der Kathedrale.
An dieser Stelle noch einmal ganz liebe Gruesse an Mary und Ida nach Holland! :-))

Wenn ich jetzt schon dabei bin, mache ich mal weiter: Ja Markuss, heute hat mich ein zaertlicher Sonnenstrahl beruehrt...jetzt weiss ich auch, wo der herkam...Danke Dir!!! :-)

So, und jetzt mal wieder zum Grunde meines Schreibens. DER WEG

Heute morgen habe ich dann also erst mal ein bisschen was gefruehstueckt. Dann wollte ich mal wieder in den Morgen laufen. Heute habe ich mal wieder entschieden, einzig und alleine fuer mich zu laufen! Liebe Deinen naechsten, wie dich selbst. Morgen ist dann wieder jemand von meinen Lieben dran!
Es ging dann so gegen 7.30 Uhr los. Kalt war es, die Sonne kam manchmal raus und wie ich schon sagte:; Wind. BRrrrrrr

Der alte Benz muss erst mal wieder ein bisschen warm laufen. Ich eier hier ganz schoen auf dem Camino rum. Aber ich bin fuer mich alleine und es geht mir gut.
Bin ganz bei mir und geniesse den Weg und die Umgebung.
Wir sind auf ca. 900 Meter Hoehe und man kann sehr weit schauen (dass ich hier keine Bilder hochladen kann, ist wohl verstaendlich...bin froh, dass das Ding hier nicht abschmiert...)

Die Etappe ist heute erst mal eine unendliche Weite. Zunaechst ist es noch ein bisschen huegelig aber dann unendliche Weite. Ganz toll. Der Gegenwind ist wohl ein bisschen nervig, die kalten Haende auch aber die Sicht und die unendliche Weite zu spueren, tut einfach nur gut. Ich geniesse es total.

Nach elf Kilometern - und das ist nicht gelogen- tut sich in der Ebene ein Loch auf und darin haben sie ein Dorf gebaut. Man kann von oben noch nicht einmal den Kirchturm sehen. Witzig.
Dort machen wir dann - wir haben uns beim Laufen wieder getroffen- ein Paeuschen und trinken Kaffee (ich natuerlich Bleifrei!!!)

Danach gehe ich wieder fuer mich alleine. Tut gut.

Ich treffe und ueberhole wieder meine Italienische Freundin mit ihrem Mann.

Dieses Ritual haben wir nun schon seit bestimmt einer Woche. Sie geht mit ihrem Mann und ich erkenne sie immer schon von weitem an ihren in gelbe Tueten eingepackte Isomatten.
Seit wir das gemeinsame Abendgebet in Granon hatten, haben wir uns ins Herz geschlossen. Es ist immer eine herzliche Begruessung. Allerdings koennen wir uns in keiner Sprache gemeinsam unterhalten. Ich spreche kein Italienisch, sie hingegen nur! Aber man kann sich auch ohne Worte unterhalten.

Gegen mittag entscheide ich mich, dass ich heute mal wieder einen 30er Laufe. Die Etappen sind etwas unguenstig geschnitten. Entweder 20 Kilometer oder 30. Da ich die Mondgesichter, wenn moeglich, hinter mir lassen moechte (dann kommen halt Neue lach), ist mir diese Entscheidung leicht gefallen.

Und dann passiert unverhofft, worauf ich schon die ganze Zeit warte.
Ganz zu beginn meiner Pilgerreise habe ich doch den Anderl getroffen (ich hatte Euch, so glaube ich, von ihm erzaehlt). Ich hatte immer Angst, dass er in die falsche Richtung laufen wuerde.
Heute laufe ich durch ein Dorf. Und wer sitzt da bei den aelteren Damen in der Sonne: DER ANDERL!!!
Ich habe mich total gefreut und dies auch lautstark kundgetan.
Ihm geht es ganz gut (hat er mir in seiner eigenen Knappheit gesagt), doch die Fuesse taeten ihm weh. Wem tun die hier nicht weh. lach

Ich bin dann aber weiter gezogen. Habe dann einen Tafelberg ueberquert. Wenn dieser Camino in Asien oder in Amerika waere wuerde ich sagen, der ist als eine Art Parcour oder Funpark angelegt. Da steigst Du einen steilen Berg hinauf, laeufst nur 500-600 Meter darueber und dann quaelst Du dich und deine wehen Knie wieder runter. Jeden Tag hast Du irgend eine Tagesaufgabe zu erledigen, bei der es verschiedene Punkte gibt. Vielleicht rennen deshalb manche so verkrampft hier rummm...es scheint wirklich um was zu gehen...lach. Echt bescheuert.
Und nach diesem Berg wurde der Wind auch wieder staerker.
Aber auch die Landschaft. Ich war zwar noch nie in Schottland, aber so stelle ich mir das dort vor.

Ich geniesse den Weg und komme dann bald im Refugio an. Alex und Martin warten schon auf mich.

ich gehe dann ins staedtische Refugio, da bei uns der PC kaputt ist. Ich will Euch ja nicht zu lange mit neuen Geschichten vom Camino warten lassen.

Jetzt ist mir gerade mal wieder der restliche Text geklaut worden...das nimmt hier aber jetzt Ueberhand. Heute war aber das Meiste schon gespeichert...ihr seht, auch hier lernt man immer dazu lach

Ja, lachen kann ich noch. Es tut naemlich gut.

Auf dem letzten Stueck heute hatte ich irgendwann mal so eine Eingabe. Ich nehme sie ernst und daher:Ñ

Ich soll Euch vom Camino Gottes Segen schicken.
Er segne Euch, behuete und beschuetze Euch auf all Euren Wegen, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen!

Ich werde jetzt mal in mein Refugio gehen. Mich ein wenig reinigen und dann auf das Abendessen vorbereiten...es gibt heute Paella...freue mich schon drauf

So, das war es fuer heute

es gruesst Euch Herzlich
buen camino
Thomas

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26.04.09 Burgos nach Hornillos del Camino
So, wie das ueberall so ist, ist Sonntag, der Tag des Herrn :-)

Ich habe gestern mal wieder ein bisschen frei gehabt. Das hat gut getan. Bin eine kurze Etappe gelaufen und habe den halben Tag Pause gemacht. Das tut gut.

In Burgos waren wir abends schoen essen und ich habe wunderbar in der Nobelherberge geschlafen. Echt nett.

Morgens haben wir dann gemeinsam gefruehstueckt und sind dann nochmal in der Kirche gewesen (bald koennte es fuer einen Heiligenschein reichen grins).

Danach sind wir dann losgezogen. Und ich sage Euch, wir sind weit entfernt von spanischen Wetterverhaeltnissen. Es war total kuehl und nur ab und an kam die Sonne raus. Brrrr...da bekommt man ganz schoen kalte Haende.

Das Laufen lief aber ganz gut. Ich habe mir vorgenommen, nach den 40 Kilometern, mal ein bisschen kuerzer zu treten.

Die Menschen in der Herberge in Hornillos...lach, das war echt der Hammer. Die haben alle geschaut, wie die Mondgesichter. Alles neue Gesichter, die ich noch nicht kenne. Das freut man sich richtig, wenn man mal einen trifft, den man schon kennt (selbst, wenn man ihn nicht leiden kann...lach).

Also PIlger gibt es, die gibt es garnicht. Ich freue mich, dass die Cornelia und die Simone auch da sind. Alex und Martin haben auch ihr Quartier hier bezogen.

Cornelia hat sich dankenswerter Weise mal um meine Ferse gekuemmert (nein, nicht um die Verse lach).
Es wurde auch gleich viel besser.

Jedenfalls sehen die meisten Pilger hier ziemlich unentspannt aus. Die haben so gequaelte Gesichter. Da wohl noch einige in Burgos dazu gekommen sind, ist die Herberge hier bald voll. Internet gab es natuerlich auch nicht. Aber macht auch nichts, ich hatte ja frei :-))

Heute sind wir auf dem Weg an einem Schild des Caminos vorbeigekommen. Ich war ein bisschen beruehrt. Auf dem Schild konnte man dann anhand der Landkarte sehen, wie weit wir schon sind. Ja Markuss, Du hast recht. Ich bin schon ganz schoen weit. Bald ist die Haelfte geschafft. Von ca, 805 KM (die Angaben differieren hier immer um ein paar Kilometer, je nach Reisefuehrer) habe ich ab hier noch ca. 470 Kilometer vor mir. Davon bin selbst ich beeindruckt. Wieviel Kilometer man doch in 10 oder 11 Tagen so schaffen kann. (ein bisschen Selbstbeweihraeucherung darf schon auch sein grins).

Jedenfalls war es den ganzen Tag `kuehl. Im Supermarkt habe ich dann ein bisschen eingekauft udn spaeter wieder schoen das Pilgermenue zu mir genommen. Wir waren beim Essen nur zu dritt. Aber es war sehr nett.
Als wir um 21.30 Uhr zurueck gekommen sind, lagen die in unserem Zimmer schon alle im BEtt. Also sind wir da auch rein gegangen.

Ich sage Euch, ich war seit Jahrzehnten nicht mehr um 21.30, geschweige denn im hellen, im Bett. Aber geschlafen habe ich wunderbar.

So, das war es fuer diesen Tag, weiter geht es im naechsten Beitrag.

Heute sitze ich an einem tollen Rechner. Ungefaehr so aus mitte der neunziger Jahre und ihr werdet es nicht glauben, der waehlt sich hier noch uebers Telefon ein...lach...arbeitet ein bisschen langsamer...hier kann man also was erleben...

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26.04.09 Burgos nach Hornillos del Camino
So, wie das ueberall so ist, ist Sonntag, der Tag des Herrn :-)

Ich habe gestern mal wieder ein bisschen frei gehabt. Das hat gut getan. Bin eine kurze Etappe gelaufen und habe den halben Tag Pause gemacht. Das tut gut.

In Burgos waren wir abends schoen essen und ich habe wunderbar in der Nobelherberge geschlafen. Echt nett.

Morgens haben wir dann gemeinsam gefruehstueckt und sind dann nochmal in der Kirche gewesen (bald koennte es fuer einen Heiligenschein reichen grins).

Danach sind wir dann losgezogen. Und ich sage Euch, wir sind weit entfernt von spanischen Wetterverhaeltnissen. Es war total kuehl und nur ab und an kam die Sonne raus. Brrrr...da bekommt man ganz schoen kalte Haende.

Das Laufen lief aber ganz gut. Ich habe mir vorgenommen, nach den 40 Kilometern, mal ein bisschen kuerzer zu treten.

Die Menschen in der Herberge in Hornillos...lach, das war echt der Hammer. Die haben alle geschaut, wie die Mondgesichter. Alles neue Gesichter, die ich noch nicht kenne. Das freut man sich richtig, wenn man mal einen trifft, den man schon kennt (selbst, wenn man ihn nicht leiden kann...lach)

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Samstag, 25. April 2009
25.04.09 Villafranca Montes de Orca nach Burgos Hoelle!
Hallo ihr Lieben,

heute hatte der Camino so einiges zu bieten.

Aber alles mal der Reihe nach.
Der gestrige Abend verlief Ruhig und ohne Komplikationen. Lecker spanisches Pilgermenue mit meinem Onkel Wim und Theo.
An dieser Stelle noch einmal herzliche Gruesse an deren Gattinnen Ida und Mary.


An dieser Stelle moechte ich auch mal meine Mama gruessen. Es geht mir wirklich gut, mache Dir bitte keine Sorgen. (Onkel Wim passt hier auf mich auf grins).


Und nun zu Dir, meine Lieber Wolfgang. Leider wird nicht beschrieben, was mit der Tochter des Wirtes passiert ist. Vielleicht hat sie Kraehenfuesse um die Augen bekommen...lach

ob das Bett ueber mir frei blieb, weil ich zu viel Wald zersaege, weiss ich auch nicht. Ich stopfe mir ja immer Oropax in die Ohren grins

Und jetzt zum heutigen Tag:

Heute sind wir so gegen 6.30 Uhr aufgestanden, ahben ein kleines Fruehstueck genommen und dann ging es raus. Es war ganz schoen frisch, immerhin sind wir hier auf ca. 900 Metern Hoehe gewesen.

Ich bin aber warm angezogen, so kann mir nichts passieren. :-)

Es geht gleich maechtig bergauf, so wird einem wenigstens gleich richtig warm.
Heute kommen wir auf ca. 1200 Meter Hoehe.
Es ist stark bewoelkt und ziemlich viel Wind.

Ich komme mir fast vor, wie ein alter Merzedes im Winter vor 20 Jahren. (ja, da kann ich schon mitreden grins)

Er sieht aeusserlich gut aus, man kriegt ihn auch ganz gut an -wenn man vorglueht- dann laeuft er aber ein bisschen unrund. Wenn er dann warm gelaufen ist, laeuft er wieder rund und schnurrt, wie ein Kaetzchen.


Ich also den Berg hinauf, das geht noch ganz gut.
Oben angekommen meldet sich dann auch prompt -nein, nicht die Blase- meine rechte Ferse.Ich laufe fuer einige Zeit ganz schon unrund. Irgendwann, ich bin dann warm gelaufen, laeuft alles wieder gut. Alles bestens...und er laeuft und laeuft und laeuft...

An dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschoen an die Hahnemann-Klinik in Bad Imnau.
Dort habe ich gelernt, zum Schmerz hinzuatmen und ihm Raum zu geben. Dann hoert es irgendwann auf. So war es auch heute morgen. Und wers nicht glaubt, hat selbst Schuld! aetsch ;-)

Zum ersten Mal habe ich heute meine hollaendischen Freunde beim Laufen gesehen. Sonst sah ich sie immer nur in den Refugios. Ich dachte schon, die seien immer von Refugio zu Refugio mit einem Camper unterwegs. Jetzt muss ich doch tatsaechlich mein schoenes Vorurteil auch noch fallen lassen. Mist :-)
Immerhin sind wir heute den ganzen Tag zusammen gelaufen.

Jedenfalls war die Strecke heute meist weitab von jeglicher Pilger-Romantik. Rennpiste schlechthin, holprig und nicht einladend. Dazu noch kalt und Wind. Ekelhaft!!!
Gotta sei dank, hat es heute nicht geregnet (obwohl man den ganzen Tag den Wolken nach damit haette rechnen koennen.

So bin ich mal ein bisschen schneller gegangen, damit mir warm blieb und ich die Etappe schneller hinter mich bringen konnte. Ich weiss wohl, dass ich gestern noch etwas ganz anderes geschrieben habe. Aber ich hatte kalte Haende und es war kalt.

Jedenfalls sind wir dann durch ein paar Doerfer gelaufen und haben auch immer schoen Pausen gemacht. Bei einer der letzten Pausen haben wir dann einen alten Spanier getroffen. Er zeigte uns dann eine Abkuerzung des Camino.
Eigentlich wollte ich in diesem Dorf bleiben, wo wir ihn getroffen hatten (Atapuerca), aber die Herberge macht erst im Mai auf.
Also weiter. Der alte Herr, er sagte, er sei 81 und hat den Camino schon 32 mal gemacht, war ganz schoen flink.
jetzt war die Strecke auch wieder ein bisschen schoener.
Es war lustig. Wir haben so etwa ca. 30 Minuten des Weges gespart.
Allerdings wurde der Camino beim Eintritt nach Burgos wieder Hoelle.
Es war, als wuerde man die Hanauer Landstrasse bis zur City reinlaufen. Grauslich.
Ich bin den anderen immer nur hinterher gelaufen.
-fast wie bei einem Marathon-
einfach nur ankommen. ich sage Euch, da kann sich ein Weg ganz schoen ziehen.

Der Weg war heute fast 41 Kilometer lang. Ich sagte ja schon, Hoelle Hoelle Hoelle.
Ich kann auch jetzt immer schon sagen, welcher Teil des Fusses schmerzt, wenn wir auf Asphalt, grobem oder feinem Schotterweg laufen.

Heute tut einfach alles weh, ab Knie abwaerts. Aber nicht wirklich was kaputt, sondern einfach nur ueberlastet.

Allerdings bekommen wir auch ein Geschenk. Die Herberge in Burgos ist der Hammer. DAs ist eine 5Sterne Herberge.
Ich habe davon auch Bilder, die ich Euch bald mal nachreichen werde.

Ich bekam jetzt auch schon meine Fuesse massiert und mit Voltaren eingeschmiert. So ein Service.
Vielleicht hat ja jemand von euch noch einen Tipp, wie man mit einer schmerzenden Achillesferse umgeht (aber bitte nicht den Vorschlag: Pause) Grins

Nun ja, so sind wir nun alle heil in der Superherberge angekommen.
Um 19.30 Uhr ist Pilgermesse in der Kathedrale. Dort gehe ich mit den anderen hin.
Danach gehen wir etwas Essen. Das haben wir uns aber sowas von verdient!!!

Also ihr Lieben, mir geht es weiterhin gut.
Auch zicke ich heute nicht rum (wie ich es in der letzten grossen Stadt Logrono getan habe) grins

Mal sehen, was meine Fuesse morgen so sagen.
Ich denke auf jeden Fall werde ich ein bisschen kuerzer treten. So etwas wie heute muss nicht sein.

Ich komme jetzt langsam zum Ende. Heute ist mir beim Schreiben ein grosses Malheur passiert. Der Beitrag war schon fertig und ich konnte ihn nicht abspeichern.
Leider konnte ich ihn auch nicht kopieren. So musste ich ihn nochmal neu schreiben.
Aber selbst das tut meiner Stimmung heute keinen Abbruch.

Ich bin bestens im Zeitplan. Lt. den verschiedenen Guides wuerde ich Burgos erst am 12. oder 13ten Tag erreichen. Ich bin heute den zehnten Tag gelaufen. Ich kann also ganz entspannt sein.

Ich lasse mich doch auch nicht unterkriegen.

Fuer die Daheimgeblienen wuensche ich ein schoenes Wochenende. Lasst es Euch gut gehen.

Es gruesst Euch von Herzen
mit
buen camino

Thomas
..der auch am 10ten Tag noch am Grinsen, Spassmachen und lachen ist :-)


...ach ja, und Entschuldigung fuer die Verspaetung meines heutigen Beitrages :-)))

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Freitag, 24. April 2009
24.04.09 Granon nach Villafranca Montes de Oca
So, da bin ich nun wieder. Heute bekommt ihr es geballt von mir. Aetsch

Wenn ich leiden muss, dann duerft ihr wenigstens ein bisschen mitleiden.

Ich hatte Euch ja heute Mittag schon geschrieben, dass ich nur ein Paeuschen gemacht hatte.
Ich bin dann ca. 1 Stunde nach den anderen wieder auf den Weg gegangen.

Es war richtig fantastisch (schreibt man das so?). grins
Ich habe auf den ganzen fast 15 Kilometern nur einen Pilger getroffen. Teilweise war es aber auch ein bisschen unheimlich. Das bin ich ueberhaupt nicht mehr gewohnt.
Aber es tut auch gut. Das hat mal so ein bisschen die Luft raus genommen. Nicht mehr hinter den Pilgern oder vor irgendjemand herrennen. Ich glaube, dass ich durch die "Familie" ein bisschen mehr mache, als ich alleine machen wuerde. Ich frage mich auch, ob ich dabei nicht ein bisschen auf der Strecke bleibe. Das sollte ich vielleicht heute lernen.
Jedenfalls macht mir das Laufen viel Spass. Vermutlich denken die Spanier, dass der Pelegrino ein bisschen spinnt. Laeuft in der Siesta den Camino. Mir aber egal. Ich bin guter Dinge

Anfangs tut mir -nein, nicht die Blase- die Verse ein bisschen weh...aber dann laeuft alles wieder rund.
Setze mir Ohrstoepsel mit Musik auf (welche verrate ich nicht lach) und MARSCHIERE dahin. Spaeter singe ich laut auf den Feldern. Das macht riesigen Spass. Ich hoffe, dass nicht doch irgendwo jemand zuhoert...und wenn, mir auch egal.

So komme ich gut voran. Bin dann so gegen 15 Uhr in meiner "Destination" angekommen.
ich werde auch gleich mit "Du bist aber spaet" begruesst. Das muss man sich mal vorstellen.
Da ich aber bester Laune bin, macht mir das ueberhaupt nichts aus.
Vermutlich war es meine Tagesaufgabe, wieder Ruhe in den Camino zu bringen. Mal sehen, ob ich das Gelernte dann auch umsetzen kann.

Die Herberge hier ist sehr nuechtern aber nett. So wie es aussieht, ist sie nicht voll und ueber mir schlaeft schon wieder keiner. Einfach traumhaft.
Habe schon wieder Waesche gewaschen. Da ein bisschen Wind ist, ist sie schon fast trocken.

Noch ein bisschen Erdkunde. Nachdem ich heute morgen Granon verlassen habe, habe ich auch das La Rioja verlassen. Jetzt bin ich in Kastilien. Somit sind hier jetzt auch keine Weinberge mehr.
Das Land veraendert sich schon wieder.
Der Boden ist jetzt wieder mehr braeunlich und es hat, so glaube ich, weniger Steine im Boden.

Ist das nicht toll, was ihr hier noch so alles lernen koennt. Grins.

Ich werde jetzt mal ein bisschen meine Fuesse massieren, damit sie morgen wieder fit sind.
Immerhin leisten sie hier beste Dienste. Diese sollten auch ein bisschen gewuerdigt werden. Also kuemmere ich mich ein bisschen intensiver um sie.

Da faellt mir gerade noch ein witziger GEdanke ein, den ich gestern hatte. Erstmals kam mir gestern beim Laufen in den Sinn, dass es doch wunderbar waere, wenn ich mich jetzt einfach ins Auto setzen koennte, Schluessel umdrehen, Dach auf und losstarten....solche Traeume muessen auch mal erlaubt sein, oder? :-)))

Ich denke, ich habe meine Tagesaufgabe fuer heute gut erfuellt. Ihr seid informiert.

Hoffentlich hattet ihr viel Spass beim lesen und es wird Euch nicht langweilig.

Es gruesst Euch von Herzen
Euer
Thomas

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23.04.09 Najera - Granon
So, ich bin nun einen Tag spaeter, da es gestern kein Internet gab.

Mache gerade ein Paeuschen, weil es auch heute Abend kein Internet gibt. Was ich alles auf mich nehme lach

So, nun noch einmal zurueck

Nachdem wir gut in Najera gegessen hatten (das Familienfoto stammt von diesem Essen), ging es gestern schon ganz frueh los.

Ich bin zum ersten mal fast im Dunkeln gestartet. Das ist wohl ein bisschen verrueckt, aber man laeuft in den Sonnenaufgang hinein. Tolle Sache.
So fuehrte mich mein Weg heute -meist allein- durch das La Rioja. Viel Weinbau und die Erde veraendert sich schon wieder. Hier ist der Sand noch leicht roetlich, aber die Felder haben ganz viele Steine. Es ist schon interessant.

Mein linker Fuss hat 2 Stellen, an denen er schmerzt. So bin ich heute auch mal ein bisschen Wehleidig. Wege mit dicken Steinen kann ich nicht leiden. Immer treffe ich eine Stelle, an der es schmerzt. Na gut, ein bisschen Fluchen tut auch mal gut. Das befreit.

Sonst geht es mir praechtig. Ich denke, dass sich die Fuesse so langsam an das Wandern und schleppen von 10 Kilo Balast gewoehnen.


Am Morgen sind nun immer in Karavanen von Pilgern unterwegs. Dies aendert sich im Laufe des Tages. Dann verlaeuft sich das ganze ein bisschen.
Ich lasse mich nicht stressen (oder doch?).

Ich komme dann durch einige Ortschaften (eine davon ist wohl eine Musterstadt mit Golfplatz - viele neue Haeuser, worin keiner wohnt - gruselig)

Ich komme dann nach Santo Domingo de la Calzada. Dort finde ich Cemi, Ann-Sophie, Alex und Martin. Wir machen gemeinsam Siesta, essen etwas.

Ich schaue auch mal in die Kathedrale hinein. Dort ist in einem Fenster ein lebendiger Hahn.
Hierzu gibt es eine Geschichte. Ich fasse mich kurz:
Eine Familie pilgerte nach Santiago. Sie uebernachteten in einem Wirtshaus. Die Tochter des Wirtes hat sich in den Sohn der Familie verliebt. Er hat sie abgewiesen und sie sind weiter gezogen. Das Maedchen hat dem Jungen einen silbernen Becher ins Gepaeck geschmuggelt und zeigte ihn dann des Diebstahls an. Lange Rede kurzer Sinn, er wurde zum Tode verurteilt und aufgehaengt. Nach Vollstreckung der Todesstrafe kamen die Eltern zum Ort der Vollstreckung zurueck. Der Sohne lebte noch. Er wurde von Santo Domingo gestuetzt. Sie gingen mit dem Sohn zum Richter um von dem Wunder zu berichten. Dieser sass gerade beim Essen und sagte, dass der Junge so lebendig sei, wie die zwei Huehnchen, die er gerade verspeisen wollte. Diese flogen darauf hin davon. Seitdem werden in einem Kaefig in der Kathedrale ein weisser Hahn und eine weisse Henne gehalten (die jede Woche ausgewechselt werden). So ihr Lieben, ein bisschen Geschichte muss auch sein.
Man glaubt es kaum.

Wir haben aber von einer kirchlichen Herberge in Granon gelesen, die ziemlich gut sein soll.
So gehen wir in ziemlich grosser Hitze und Sonnenschein pur ( kein Woelkchen am Himmel) wieder aus Santo Domingo raus. Es ist eigentlich ein bisschen Schade, da es ein tolles und Staedtchen ist. Aber man kann nicht alles haben und muss sich auch mal entscheiden.

Wir sind dann also nachmittags so gegen 14 Uhr oder 14.30 Uhr in Granon. Der Reisefuehrer hat nicht zu viel versprochen
Hier nun erst mal einen Eindruck von der Herberge( nein, ich seht richtig, es ist eine Kirche)



Die Klamotten haben wir ueber dem Kirchenschiff im Gewoelbe gewaschen und dann im Turm aufgehaengt. Echt witzig

HIer noch ein Blick vom Kirchturm


Ja, das war wirklich toll. Wir haben auf Matten in einem Raum -ich glaube ueber der Kirche- geschlafen und oben drueber war noch der Aufenthaltsraum.
Dort haben wir abends gemeinsam gekocht und gemeinsam gegessen.

Zunaechst gab es natuerlich einen Gottesdienst in der Kirche und eine eigene Ansprache und Segnung fuer uns Pilger. Sehr schoen.

Nach dem Essen haben wir alle gemeinsam abgespuelt -zumindest die, die nicht beim Kochen geholfen haben - und dann gab es noch ein wunderschoenes Abendgebet auf der Empore der Kirche. Hier wurde in den Sprachen der Anwesenden gebetet.
Sehr schoen gemacht.
Das sind Eindruecke, die man so schnell nicht vergisst.

Einen Eindruck werde ich auch nicht vergessen. Kurz vor dem Essen steht Thiago vor mir. Wir, Cemi er und ich, sind gemeinsam ueber die Pyreneen gegangen und hatten uns auf dem spaeteren Weg verloren (Cemi hatte ich ja Sonntag schon wieder getroffen). Das war echt der Hammer. Alles freut sich. Ach, das Leben ist schoen!!!!

Auch war es das erste Mal seit einer Woche, dass ich nicht jemanden in einem wackelnden Bett ueber oder unter mir hatte. Manchmal hat man das Gefuehl, dass man auf See ist, wenn jemand oben oder unten im Bett sich lediglich umdreht. Freu freu freu

So und nun bin ich auf dem Weg nach Villafranca Montes de Oca.
Habe noch so ca. 13 Kilometer vor mir. Es ist heute sonnig draussen aber nicht ganz so heiss, wie gestern.

Die Zeit am PC ist jetzt gleich um.

aber kurz vor Schluss noch eine Kleine Neuigkeit: Gestern wurde unter meiner ersten Blase eine 2. gefunden und erfolgreich operiert. Alles laeuft heute bestens...so kann es gerne weiter gehen... :-)))

Mache mich wieder auf den Weg.
Der naechste Beitrag erfolgt, sobald ich wieder einen PC finde.

Ich gruesse Euch ganz herzlich
buen Camino
thomas

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Hier nun ein Nachtrag zum 22.04.09
Die "Familie":


v.l. Onkel Wim, meine Wenigkeit, Ann-Sophie, Cemi, Cornelia, Simone, Theo, Alex und Martin (leider nur die Haare)

und hier koennt ihr mich nun mit Onkel Wim und Theo sehen. Ich gruesse die Frauen der beiden in Holland!!!
Hofentlich sehe ich sie wieder!!!



und ich hatte Euch ja das Gedicht versprochen, welches auf einer Mauer auch in Deutsch stand:


Staub, Schlamm, Sonne und Regen
das ist der Weg nach Santiago
Tausende von Pilger
und mehr als Tausend Jahre

Wer ruft dich? Pilger...
Welch geheime Macht lockt dich an?
Weder ist es der Sternenhimmel
noch sind es die grossen Kathedralen
weder die Tapferkeit Navarras
noch der Rioja-Wein
nicht die Meeresfruechte Galiziens
und auch nicht die Felder Kastiliens

Pilger, wer ruft Dich?
Welch geheime Macht lockt dich an?
Weder sind es die Leute unterwegs
noch sind es die laendlichen Traditionen
weder die Kultur und Geschichte
noch der Hahn von Santo Domingo
nicht der Palast von Gaudi
und auch nicht das Schloss von Ponferradas.

All dies sehe ich im vorbei gehen
und dies zu sehen, ist ein Genuss
doch die Stimme, die mich ruft
fuehle ich tiefer in mir

Die Kraft, die mich voran treibt
Die Macht, die mich anlockt
auch ich kann sie mir nicht erklaeren.
Dies kann allein nur ER dort oben


E.G.
(Ein Priester des Dorfes)

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