Mittwoch, 13. Mai 2009
13.05.09 Santa Irene Monte do Gozo
Hallo Ihr Lieben,

hier bin ich wieder.

Gestern gab es wieder mal kein Internet. Heute bin ich wieder online!!!

Gestern und heute wurden wir vom Halbtagspilger zum Vierteltagspilger...lach
Wir sind gestern von Rabadiso nach Santa Irene gelaufen. Das waren dann schlappe 20 Kilometer. So langsam bekommt man es mit der Angst zu tun.
Es ist wirklich so, dass die letzten Kilometer und letzten Tage bis Santiago angebrochen sind. Erschuetternd. Es macht uns allen ein bisschen bammel und wir sind aber auch gespannt, was uns in Santiago erwartet.

Die Tourigrinos sehen wir jetzt auch nicht mehr so eng. Es ist halt so, dass die letzten 100 Kilometer viele Pilger unterwegs sind. Und es ist wirklich so, jeder soll nach seiner Moeglichkeit den Camino machen.
Allerdings ist es schoen, dass die meisten Tourigrinos erst so gegen 9 Uhr auf dem Camino erscheinen. Da wir meist so gegen 7 Uhr starten, haben wir am Morgen noch ein bisschen Ruhe.
Spaeter ueben wir ein bisschen Nachsicht. Vielleicht sollten wir auch das auf dem Camino lernen. grins

Gestern haben wir dann also den Weg frueh begonnen. Nachts hatte es wieder satt geregnet. Es ist auch etwas frisch gewesen.
Frohen Mutes sind wir dann los gezogen.
Dann kam eine wirklich intensive Testphase fuer Regenponchos. Der Herr hat seine Schleussen fuer uns geoeffnet. Es hat richtig satt geregnet (auch bei solchem Wetter sind fast keine Tourigrinos unterwegs...lach).
Ich fand das richtig toll. Ein schoener Mairegen hat was fuer sich. Vermutlich sollten wir kurz vor Santiago noch einmal aeusserlich gereinigt werden.
Keinen von uns hat es wirklich genervt.
An dieser Stelle noch einmal herzliche Gruesse an meine Ausstatter. Das Regenponcho ist wirklich dicht.

Die von uns ausgesuchte Herberge lag dieses Mal total in der Pampa. So mussten wir am Abend noch einmal ca 1 Kilometer zurueck gehen, um ein Pilgermenue zu bekommen. Dieses hatte sich allerdings gelohnt. Es gab riesige Portionen und auch mein grosses Bier war im Preis drinnen....hatte ich in den Comments nicht was von einem Pilgermenue in der Heimat gelesen??? ich habe von gestern Abend Bilder gemacht....kicher...da kann man sich mal die Standards ansehen....hehehe

Es war gestern auch mal wieder ein bisschen Zeit fuer mich. Das braucht man und so kann man sich noch ein bisschen vorbereiten und so langsam mal nachdenken, was auf dem Weg alles passiert ist...

Mir kam mal wieder mein Vergleich in den Sinn, den ich zu Beginn meines Weges schon mal gemacht hatte.
Der Camino als Weg des Lebens.
Jetzt bin ich kurz vor dem Ende, kurz vor dem Ziel.
Ist es wirklich das Ende oder mein Ziel. Ist es nicht nur eine Station auf dem Weg....
Faengt in Santiago nicht einfach ein neuer Abschnitt an? In den letzten Tagen habe ich immer wieder -zur Freude von Ann-Sophie - gerufen : Pilger, wer ruft Dich???
Vielleicht koennte das dann heissen: Pilger, was kommt jetzt? oder Pilger, wohin jetzt?? Die Frage kann ich Euch noch nicht beantworten.

Dazu noch einige Gedanken von unserem Pfarrer Augusto:
Es bleibt immer Zeit, es ist niemals zu spaet.

Wenn Du eines Morgens aufwachst, ohne Lust zu Leben.
Wenn Du nicht die Kraft aufbringst, ein einziges Fenster zu oeffnen.
Lass Deine Seele nicht austrocknen.
Belebe wieder, was Dir einst Hoffnung gab.

Wenn Du eines Abends einen schmalen Feldweg entlang gehst,
wenn Du tief durchatmest und doch nicht riechst, was Dich umgibt.
Halte einen Moment inne und seufze.
Dein Blut wird das Leben wiedererlangen.

Weil immer Zeit bleibt wiedergeboren zu werden,
immer Zeit bleibt zurueckzukehren zum Leben;
immer Zeit bleibt wieder neu anzufangen,
was Du niemals beenden konntest.

Wenn der Mond dich leitet
und in Dir keine Freude hervorruft,
Dich nicht an vergangene Lieben erinnert,
Heimweh nach besseren Tagen macht.
Schlag Dir an die Brust,
wisch die schlechten Momente beiseite!

Weil immer Zeit bleibt, wiedergeboren zu werden,
immer Zeit bleibt, zurueckzukehren zum Leben,
weil immer Zeit bleibt wieder neu anzufangen
was Du niemals beenden konntest!!!

Damit kann man durchaus gestaerkt den Weg nach Santiago weiter gehen!!!
..und Santiago ist ja nun auch noch nicht der Schluss....es geht noch bis weiter bis nach Finisterre, ans Ende der Welt.

Es ist richtig schoen, mit der -nunmehr etwas verringerten -Familie Gedanken auszutauschen, auch mal einfach in Ruhe diese letzten Tage Richtung Santiago zu gehen. Ich sage Euch, das ist schoen und kann man nicht wirklich beschreiben.
Man kann fuer sich gehen, ist aber niemals alleine.
Dafuer danke ich "meiner Camino-Familie"

Es ist aber garnicht so schwermuetig, wie es vielleicht nun klingt.
Wir haben wirklich noch eine schoene Zeit und sind wirklich gespannt auf Santiago.

Heute hat sich der Regen wieder zurueckgezogen. Wir sind heute ganz entspannt losgezogen und haben dann erst mal ein Paeuschen von ca 1,5 Stunden gemacht. Immerhin sind heute nur ca 18 Kilometer zu laufen gewesen.
Man merkt nun langsam, dass man sich wieder in Richtung einer groesseren Stadt bewegt. Wir passieren irgendwann auf unserem Weg auch den Flugplatz von Santiago und passieren die Grenze zur "Region" Santiago (weiss nicht, wie ich es besser ausdruecken soll. Die Stadt faengt hier jedenfalls noch nicht an).
Und dann war es heute gegen Mittag soweit. Der erste Blick vom Monte do Gozo auf Santiago.
Auch unser Ziel zeigt sich ein bisschen "bedeckt" grins

Wir stehen an einem Denkmal, dass an den Papstbesuch in 1989 hier in Santiago erinnert.
Der Papst war auch ein Pilger, wie wir es alle hier sind. Schoen.
Kurz darauf gehen wir in unser heutiges Refugio.
Wir sind nun bei ca. Kilometer 800 angelangt. Bis zu unserem Ziel ist es nun nur noch ein Katzensprung. Aber wir wollen morgen frisch (und vor allem Sauber!!!) in Santiago ankommen.

Viele andere Pilger gehen heute direkt bis Santiago durch. Soeben treffe ich Alex und Martin, die schon in Santiago waren und nun wieder hier uebernachten(also ein paar Kilometer zurueckgekommen sind). Egal, jeder geht seinen Weg.

Neben der Spannung freuen wir uns aber auch auf Morgen. Santiago, wir kommen!!!! Ultrea! Epo Epo Epo

...und ich kann Euch sagen, der Weg ist dann noch lange nicht zu Ende. :-)))
...und wo er mich hinfuehrt, nach Finisterre? zum Wanderfuehrer? oder oder oder....lasst Euch ueberraschen...ich freue mich auf alle Wege, die da kommen und meine "gelben Pfeile", die mir diese zeigen werden...

Seid auf das allerherzlichste vom Camino gegruesst.
Morgen in Santiago ist "DER WEG" erst mal zuende...

..aber in jedem Ende steckt auch ein Anfang...

Hier fuer Euch noch mal ein sonniger Eindruck von Galicien...ein schoener Weg, den ich vor ein paar Tagen gegangen bin...

ein Weg, mit Baeumen und neben den Steinen fliesst Wasser...also LEBEN!!!

Cornelia pflegt immer zu sagen: UNS GEHTS SAUGUT!!! in diesem Sinne :-)))


buen camino
Thomas

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Montag, 11. Mai 2009
11.05.09 Airexe nach Ribadiso
Also das ist hier echt witzig, normaler weise spinnt ja blogger.de. Heut mal was ganz Neues...beim Schreiben stellen die hier einfach den Strom ab...lach

aber dafuer ist es ein schneller Rechner...und deshalb...hurra...es gibt mal wieder was zu sehen..:-)

Ich vor 3 oder 4 Tagen in La Faba an meinem freien Nachmittag...(so kann Nachdenken auch aussehen...)


HIer gleich noch ein Bild von der Kirche in La Faba. Ihr koennt also auch sehen, dass sich nicht nur die Landschaften veraendern, auch die Kirchen und deren Altaere sehen jetzt anders aus.


Gotta sei dank hatte ich noch nicht so viel geschrieben, so dass es fuer mich relativ einfach ist, nun nochmal von vorne anzufangen.

Ich moechte erst mal die Neugierde von den Gefraessigen Herrschaften stillen...grins

Hier die Erklaerung fuer ein Pilgermenue...
Es gibt 2 Gaenge und man kann bei den beiden Gaengen aus verschiedenen Angeboten auswaehlen.
1. Gang:
Suppe der Region, Makkaroni oder einen Salat
(es gab hier auch schon Paella im Angebot)
2. Gang:
Schweinefleisch, Rind- oder Kalbfleisch oder Fisch
Diese Gerichte werden meist mit Pommes geliefert.

Dazu gibt es immer Weissbrot.

Natuerlich gibt es auch immer einen Nachtisch. Meist Caramel-Pudding, Obst oder Fruechte, einen Joghurt (Natur mit Zucker kicher) und natuerlich Eis.

Rotwein und Wasser gibt es auch dazu. Oftmals darf ich auch ein Bier trinken, ohne dass ich mehr zahlen muss.
Schade, dass ich keinen Rotwein trinke.
Ich glaube, der eine oder andere ist hier auch schon zum Alkoholiker geworden lach.
Der Schnarcher von vorgestern musste seine Falsche Rotwein ganz alleine trinken, der arme Kerl.
..oder besser gesagt, wir armen Pilger....er hat ja sein Schnarchen nicht gehoert.

So hier noch ein paar Bilder von den letzten Tagen
Am Tag, bevor wir nach Galicien geklettert sind, waren wir ja, wie ich schon schrieb, auf dem Camino Duro...auf fast gleicher Hoehe mit den schneebedeckten Bergen, die uns schon einige Tage verfolgten - seht selbst



Blick nach Galicien...wir sind auf 1300 Metern und sehen aus der Sonne in die Suppe...wunderschoen


und gleich darauf der Eintritt nach Galicien, Galicien ich komme....


Und hier noch einige Impressionen von gestern und vorgestern...alles Bilder aus Galicien und natuerlich von schoenem Wetter...:-))


und weiter gehts mit Galicien und seiner Natur, nachdem der Nebelschleier gelueftet ist..



Der gestrige Tag wurde noch richtig interessant.
Die Hospitalera, Anna Pace (Friede), hat ihren grossen Schluessel geholt und ist mit uns in die Kirche von Airexe gegangen. Total nett. Eine nette kleine Dorfkirche.

Danach haben wir unser Pilgermenue zu uns genommen und waren dann so gegen 20.30 Uhr im Bett..lach

Aber zuvor hatten wir waehrend des Dinners ein richtig schoenes Gewitter. Auch hat es die ganze Nacht wohl schoen geregnet.
Aufgrund unserer persoenlichen Wetterbestellung war heute morgen puenktlich zum Aufstehen und Aufbrechen schluss mit Wasser von oben.

Ich komme jetzt noch einmal zu unserem Pfarrer Augusto. Dieser hat uns doch mit Material fuer den Weg bestueckt. Die freie Zeit kann man dann mit der Beantwortung von (vielleicht noch nicht geloesten oder gestellten) Fragen verbringen - hier mal ein Ausschnitt, vielleicht auch Fragen fuer Euch zuhause??):
1. Wenn Dich Dein Leben bedrueckt, Gegenwart wie Zukunft...KOMM!
2. Wenn Du glaubst, dass Du die Welt aendern solltest...KOMM!
3. Wenn es Dir schwerfaellt etwas zu beenden, weil Du immer muede bist...KOMM!
4. Wenn Du noch nicht entdeckt hast, was Du wert bist...KOMM!
5. Wenn Du dich einsam fuehlst im Leben...KOMM!
6. Wenn Du Du selbst sein willst und noch nicht kannst...KOMM!
7. Wenn Du nicht an Dich glaubst und Dich unterschaetzt...KOMM!
8. Wenn Du nicht Jesus von Nazareth entdeckt hast...KOMM!
9. Wenn Du keine Antwort auf Deine "Warums" geben kannst....KOMM!
und
10. Wenn Dein spirituelles Leben eingeschlafen ist und DU zu einem neuen Leben auferstehen willst....MACH DICH AUF DEN WEG NACH SANTIAGO!!!

Dies ist, wie gesagt, nur mal ein Auszug...

So, und nun zum heutigen Tage.
Heute morgen musste mein 82jaehriger Freund dann schon um 5.30 Uhr aufstehen. Da frag ich mich doch: Was macht der so frueh? Es war stockdunkel und ausserdem hat es noch geregnet. Dafuer waren dann wenigstens die anderen 17 Personen im Zimmer auch wach...seufz (und gestern hatte er mich noch beeindruckt, dass er in St. Jean am 21.04 erst gestartet sei...)

Ich bin dann so gegen 6.45 Uhr aufgestanden. Rechtzeitig zum Wandern hat es aufgehoert zu regnen. Bestellungen auf dem Camino werden einfach prompt geliefert...grins

Heute haben wir die letzte lange Etappe vor uns. Wir muessen uns jetzt schon ein bisschen den Weg bis Santiago einplanen. Da die Entfernungen zu den Herbergen nun nicht mehr optimal sind, entscheiden wir uns fuer eine letzte laengere Etappe von ca. 33 Kilometern.
Das Wetter ist bestens zum Wandern. Man schwitzt nicht und es ist trocken.
Heute ist ein guter Tag fuer mich.
Es macht mir auch nichts aus, dass es bewoelkt und nicht wirklich schoen ist. Hauptsache trocken.

Es sind wieder viele Tourigrinos unterwegs und der Weg ist recht voll. Ich werde mich jetzt auch nicht mehr beschweren. Der Weg ist nun eben voll und jeder laeuft ihn auf seine Weise.
Die Gruppen sind halt einfach ziemlich laut.
So gehen wir schnell an ihnen vorbei und dann kehrt auch schnell wieder Ruhe ein (vielleicht sind sie dann auch schnell wieder in den Bus eingestiegen?!?! grins)



Auch ueber die gezeigte Bruecke sind wir heute gelaufen.
Nach dem Mittagessen oder unserer Pause, bei der ich ein grosses Bogadillo (Weissbrot) mit Kaese und Schinken gegessen habe, kam ich dann bald nach Melide.
Dort war ich dann in der Kirche, die mal geoeffnet war, habe ein paar Kerzen angezuendet (das ist hier jetzt ueberhaupt kein Problem mehr freu freu) und fuer Euch ein Bild vom Altar gemacht...


Ab Melide bin ich dann mit Anni aus Oesterreich gelaufen. Es waren noch ca. 12 Kilometer vor uns.
So war ich nicht alleine und sie auch nicht.

Ich habe den Regen immer vor mir her geblasen...und wenn es nicht durch mich geschah, hat es Cemi gemacht. Er teilt einfach den Himmel, wie Moses das Meer geteilt hat ;-
Rechts und links regnet es und wir laufen im trocknen... (Spass muss sein...)

Unsere heutige Herberge sieht ein bisschen wie eine Jugendherberge aus. Aber sie ist nett und vermutlich jetzt auch schon wieder voll belegt.

So, und was macht der liebe Thomas jetzt? Bereitet sich natuerlich auf sein heutiges Pilgermenue vor grins

Ausserdem muss ich mich gemeinsam mit der Cornelia und Cemi um das Wetter von morgen kuemmern...also, es gibt viel zu tun

Gesegnete Gruesse nach Deutschland
buen Camino
Thomas

...und bis bald.. :-)))

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Sonntag, 10. Mai 2009
10.05.09 Ferreiros nach Ligonde/Airexe
So, da bin ich noch einmal. Es gibt in diesem verlassenen Nest nun doch ein Internet. Werde es noch einmal versuchen, einen Blog-Eintrag zu schreiben.

Danke Mutter-Reisert fuer Deinen Eintrag von heute morgen. Baut mich auf!! Versuche mich auch nicht zu aergern, wenn blogger nicht mit mir sprechen will...

aber jetzt zurueck zum Weg!

Ich kehre nun noch einmal zurueck zum 08.05.09 in Triacastela.
Dort hatte ich wieder ein tolles Erlebnis.

Wir sind abends dann zum Gottesdienst gegangen. Der Pfarrer, sein Name ist Augusto, war der Hammer. Solche Hirten koennte die Kirche des oefteren brauchen.
Er holte uns -seine Schaefchen- gleich mal in den Altarraum. Danach verteilte er uns Zettel in den verschiedensten Sprachen. Er hat Kopien in uber 30 Sprachen. Das hat er uns natuerlich auch gezeigt.
Die Kopien liegen in dem Schrank, wo normalerweise die Messgewaender liegen. Total super.
Die Messe war alles andere als NORMAL.
Zu Beginn sagte er uns sinngemaess, dass wir als Pilger ja genug tun wuerden und hier nicht noch Gymnastik machen muessten.
Wir sollten also gefaelligst sitzen bleiben (das zeigte er uns unter Androhung von "Gewalt" sehr deutlich).
Danach folgte ein sehr individueller Gottesdienst unter Einbeziehung aller und vor allem in den verschiedensten Sprachen.
Ich war mal wieder total geruehrt.
Er meinte auch, dass wir doch alle in unserem Leben Pilger seien und unser Glueck suchen wuerden.
Insgesamt konnte man sich hier noch einmal fuer die letzten 100 Kilometer nach Santiago "eichen" lassen.

Er hat uns anschliessend auch alle ganz persoenlich verabschiedet (wir waren allerdings auch nur so ca. 10 Leute). Trotzdem. Da koennte sich so mancher Priester mal ein Scheibchen abschneiden.

Fuer mich war dieser Gottesdienst jedoch ziemlich wichtig. Jetzt bin ich geruestet fuer die letzten Tage.

Danach, wie immer Pilger-Menue und danach ab ins Bett - 21 Uhr lach

Gestern ging es dann von Triacastela nach Ferreiros. Wieder mal 33,1 Kilometer. Ich sage Euch, die ca. 700 Kilometer stecken mir jetzt schon in den Knochen. Alles was ueber 30 Kilometer geht, tut ziemlich weh. In den naechsten Tagen werden wir das wohl auch -nach Moeglichkeit- unterlassen.

Galiecien ist ein wunderschoener Flecken Erde. Mir gefaellt es hier jetzt mit am besten. Es ist ein bisschen bergig und die Landschaft ist ein Traum. Es tut mir leid, dass ich immer noch keine Bilder einstellen kann, bin aber froh, dass ich was schreiben kann.
Allerdings ist Galicien ein bisschen scheu. Morgens haben huellt es sich erst einmal in Nebel. Erst im Laufe des Tages entfaltet es dann seine ganze Schoenheit. Die Doerfer sind auch sehr schoen, auch wenn meist etwas verlassen.
Gestern war der Weg jedenfalls wunderschoen. Eine Augenweide.

So, und jetzt mal wieder zu den Pilgern.
die Tourigrinos werden nun immer mehr. Insgesamt werden es jetzt - wir sind jetzt in den letzten 100 Kilometern bis Santiago- ohnehin immer mehr.
Ich finde, dass vor 1-3 Wochen die Pilger noch ganz anders drauf waren. Jetzt wird es immer voller, die Gruppenreisen mit den kleinen Rucksaecken oder ganz ohne Gepaeck nehmen stark zu. Ich will jetzt nicht ueber andere herziehen, aber ich fand es einfach vorher schoener und auch die Pilger an sich waren anders drauf.

Jedenfalls war gestern die Herberge dann abends voll. Es mussten einige weiter gehen.
Und dann gab es Pilger, die sind mit dem TAXI vor der Herberge angekommen. Wir haben dann mitbekommen, dass sie sich einfach einen schoenen Tag machen wollten. Sie hatten weder Fussprobleme noch waren sie irgendwie krank. Die haben dann 2 Betten bekommen und andere, die alles -mit Gepaeck- gelaufen sind, mussten noch weiter gehen. Da kann man sich dann doch mal ein bisschen aufregen.
so, das musste jetzt auch mal raus.

Auf jeden Fall war es gestern ein wunderschoener Tag. Nachmittags haben wir dann vor der Alberge in der Sonne gesessen. Liebe Elke, wir fragen uns auch manchmal, wie wir so einen langen Nachmittag rumbekommen.
Ich fuer mich kann nur sagen, dass das ziemlich schnell geht. Oft bin ich fuer ca. 1 Stunde im Internet unterwegs, um euch auf dem Laufenden zu halten.
Aber auch ohne Internet wir mir nicht langweilig. Mal ein bisschen meditieren, persoenliches Tagebuch schreiben und vielleicht einfach mal den gedanken nachhaengen und schauen, was beim Laufen oder in den letzten Tagen alles so passiert ist.
Natuerlich haben wir auch immer mal ein bisschen Zeit zum tratschen und laestern. Da gibt es schon genuegend zu erzaehlen. Jedenfalls wird uns nicht langweilig. :-)))

Abends gehen wir dann zu unserem Pilgermenue und dann auch schon bald ins Bett.

Nachdem uns die fliegenden Hollaender nun ca. 1-2 Etappen voraus sind, wollen Alex, Martin und Juergen auch eine groessere Etappe gehen. Sie werden uns oder haben uns am heutigen Sonntag verlassen.
Dafuer ist unser spanisches Familienmitglied, der Cemi (oder Jemi, wie es richtig geschrieben wird) gestern abend wieder zu uns gestossen. Er hat sich noch einmal frei genommen, um mit uns gemeinsam nach Santiago zu gehen. Einfach toll.

Gestern abend hatten wir im Schlafsaal auch mal wieder eine schwere Pruefung abzulegen. Nicht nur, dass dieser absolut voll war, nein wieder hatten auch mal wieder einen Gebaelkzerstoerer unter uns.
Komisch ist schon, dass die, welche am lautesten Schnarchen, immer als erste einschlafen.
Wir waren alle noch wach, da hat der gute Mann schon maechtig an der Zersetzung unseres Gebaelks gearbeitet. Da war selbst Oropax etwas machtlos.

Nun ja, irgendwann haben dann doch alle geschlafen (ich auf jeden Fall).

Heute war auch keine Panik oder Hektik angesagt. 6.30 Uhr aufstehen und ganz gemuetlich in den Tag laufen.
Der Weg war heute auch wieder schoen. Heute hatte es wunderschoene Wolken am Himmel. Es war nicht ganz so heiss, aber dafuer, dass wohl in ganz Nord-Spanien laut Wettervorhersage schlechtes Wetter angesagt war, war es herrlich.
Absolut super Wetter zum Laufen.
Es freut mich auch, dass ich Euch ein bisschen gutes Wetter zukommen lassen konnte. Es sei Euch gegoennt!!! :-)))

Ja, heute war nicht ganz so mein Tag. Aber dank meiner "Familie" geht es mir jetzt wieder praechtig. Also kein Grund zur Sorge!!! :-)
Das passiert halt ab und zu auf dem Weg...

Die heutige Etappe betraegt so ca. 25 Kilometer. Das reicht auch. Nach meinem Reisefuehrer sind nun noch ca. 75 Kilometer uebrig. Da wird mir schon etwas bammelig. Wo ist denn die ganze Zeit hingekommen.
Ich weiss ueberhaupt nicht, ob ich ankommen moechte. ich werde zwar noch nach Finisterre gehen, doch Santiago ist halt Santiago.

So, nun hat der Blogger doch mit mir gesprochen.
Ich bin jetzt in Airexe in der Gemeindeherberge. Ich mache mir keine Sorgen um die Betten, da wir immer recht zeitig an unserem Tagesziel ankommen.

Liebe Anne, ich hoffe, dass Du nun wieder gesund bist oder zumindest dich auf dem Wege der Besserung befindest.
Und ich wuerde luegen, wenn ich sagen wuerde, dass ich Euch nicht vermisse.
Es sind ja nur noch knapp 2 Wochen, dann bin ich wieder in der Heimat ;-)

lieber Wolfgang, vielen dank fuer die Gruesse aus dem DG- Vorderhaus :-)

..und ich hoffe, dass bei den Klingels alles o.k. ist.
Ich werde puenktlich zu meinem "Dienst" wieder im Lande sein!!! :-)

Ich denke immer an Euch und habe das eine oder andere Wort fuer Euch an unseren Herrn weiter gegeben. Das passt schon gut!!!

Der Pfarrer in Triacastela hat immer vom Gluecklichsein gesprochen:

Ich wuensche Euch, moeget ihr den Weg zum Gluecklichsein finden oder stets auf diesem Wege bleiben!!!! Und moege Euch der liebe Gott mit allen seinen Helferlein begleiten...

So, und jetzt bereite ich mich auf das Pilgermenue vor. Grins.
Geduscht und gewaschen ist und so langsam werden wir auch schon wieder etwas muede....

Ich wuensche Euch noch einen schoenen Sonntag und morgen einen guten Start in die neue Woche.

buen camino
Euer
Thomas

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Sorry ihr Lieben
Also wenn jemand von Euch jemals einen Beitrag oder ein Tagebuch veroeffentlichen moechte, sollte wohl lieber zu blogger.com gehen.
Ich versuche jetzt schon seit ueber einer halben Stunde einen Beitrag online zu setzen (mal sehen, ob dieser Text online geht?!?!)
Immer wird mein Text von Blogger.de geschluckt.

Happy Muttertag allen Muettern...

mir gehts gut und ich bin auf dem Weg nach Ligonde/Airexe.
Die letzten 100 Kilometer sind angebrochen....

liebe gruesse
buen camino
Euer Thomas
P.S.: heute abend habe ich vermutlich wieder kein Internet...melde mich wieder

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