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Donnerstag, 30. April 2009
30.04.09 San Nicolas nach El Burgo Ranero
raffaelo3, 19:06h
Zunaechst einmal danke, fuer die guten Ratschlaege und Weisheiten:
Die grossen Trinkglaeser haben wir gestern getestet und auch noch die ganz kleinen, wenn ihr versteht...ich sage nur Heiliger Geist oder Lewwer duck dich, es kimmt en korze....lach
Und zu Eurer Beruhigung, auch hier ist es nicht gerade sommerlich. Nachdem wir gestern schoen in der Sonne gesessen haben, war es heute mal wieder etwas kuehler, der Wind rauher und wir hatten immer mal wieder dicke Wolken ueber uns.
In unserem heutigen Refugio haben sie gerade den Ofen angemacht. Also nix mit Sommer! :-(
Nach dem heutigen Tage sind das die Gedanken und Traeume eines Pilgers

Wie ich es eben schon erwaehnte, haben wir gestern noch in netter Runde gegessen. Es wurde dann auch ein bisschen feuchtfroehlich, als der Wirt oder auch Hospitalero genannt, die Schnapsflaschen auf den Tisch gestellt hat. Wir haben mal ein bisschen durchprobiert...da war wirklich viel heiliger Geist drinnen. Lach
Die Nacht in unserem "Familienzimmer" war angenehm und ruhig.
Heute morgen ging es dann um 7 Uhr los.
Ann-Sophie und ich sind frueh auf die Piste, da in Sahagun (knapp 7 Kilometer Fussmarsch - mit was auch sonst) um 8.30 Uhr ein Gottesdienst war.
Wir haben es geschafft.
Es war eine kleine Kirche mit schoenem Altar (aehnlich, wie die Altaere dieser ganzen Region sind) und es gab sogar Nonnen.
Und das Beste: eine Nonne hat die Orgel gespielt und die haben sogar gesungen! Schoen!!
Allerdings immer noch keine echte Kerze zum anzuenden in Sicht. Diese elektrischen Opferlichter sind ein grauss. Was denken sich die Spanier denn dabei? Am Ende kann ich meine ganzen versprochenen Kerzen wohl alle in Frankfurt oder Oweroure anstecken. *kopfschuettel*
Die elektrischen Dinger mache ich jedenfalls nicht an!!! BAsta!
Als wir aus der Kirche rauskommen, stehen auch schon Onkel Wim und Theo vor uns.
Es ist wieder frischer heute morgen. Wir suchen gleich ein schoenes Kaffee. FRUEHSTUECK.
Danach laufen uns Cornelia und Simone in die Arme. Toll. Die Familie kommt wieder zusammen.
Noch ein Kaeffchen...lach
So gegen 11.30 Uhr geht es dann weiter.
Heute motze ich auch mal ein bisschen ueber das Wetter. Vorhin hatte es schon zu regnen begonnen.
Ich mein Regenponcho raus - regen aus! Das gefaellt.
Aber es ist halt unangenehm. So sind wir den ganzen Tag wieder im kuehlen gelaufen. Ich moechte -nein, ich WILL-jetzt endlich mal einen Tag haben, an dem ich nicht staendig kalte Haende habe. KREISCHCHCHCHCH
Unterwegs sehen wir schon wieder Stoerche. Ich sage Euch, die gibt es hier haufenweise. Toll.
Die sitzen, wie auf dem Bild auf Schornsteinen, Kirchtuermen und landwirtschaftlichen Anlagen. Das ist einfach toll anzuschauen, weil man das in Deutschland so gut wie nicht zu sehen bekommt.
Wir befinden uns jetzt bereits in der Region Leon.
(ich glaube, Kastilien haben wir aber schon vor einigen Tagen verlassen und haben noch eine andere Provinz durchquert. Koennt euch ja mal schlau machen, und mir mitteilen kicher - das ist Eure Tagesaufgabe!!! lach)
Es geht immer noch meist gerade aus. Erst in den naechsten Tagen bekommt die Gegend mal wieder ein bisschen Abwechslung mit Huegeln und kurvigen Wegen.
Jedenfalls schwitzen wir beim Laufen nicht, das ist doch auch was, oder? seufzgrins.
Ich bin auch immer wieder ueberrascht, wie man das -heute ist der 15. Tag, an dem ich Laufe- immer noch so aushalten kann.
Es ist aber in der Tat so, dass sich nun der Koerper auf das Laufen und das Tragen des Rucksackes eingestellt hat.
Heute tun mir allerdings die Fuesse insgesamt weh. Es gibt keine neue Blasen, so dass ich wohl bei 2 Paellas von der Sanny bleibe...aber das ist ja schon prima!!! grins.
Gegen 15 Uhr sind wir dann in El Burgo Ranero, nach ca. 26 Kilometern, angekommen. Onkel Wim, Theo und Juergen sind schon da. Das Familienzimmer ist schon reserviert. Grins.
Werde jetzt mal losgehen und die beiden Suchen. Die haben einen wichtigen Auftrag: Wo gibt es heute Abend ein gutes Pilgermenue!!! Das sind grosse Verantwortungen!!1 das sage ich Euch.
Vielleicht gibt es dort auch fuer mich ein Bierchen. nein, ich werde hier nicht zum Alkoholiker. grins
Geschichtliches und zur Bodenkunde gibt es heute nichts zu sagen. DAmit verschone ich Euch.
Ich suche jetzt also mal ne warme Kneipe auf.
Euch und mir wuensche ich, dass ab dem 1. Mai auch so richtig schoenes Maiwetter auf uns zukommt.
Den hollaendischen Freunden und den Schwestern in Frankfurt wuensche ich einen schoenen Koniginnendag. Feiert schoen und trinkt fuer mich einen mit!
Es geht mir gut!!!
buen camino
Thomas
Die grossen Trinkglaeser haben wir gestern getestet und auch noch die ganz kleinen, wenn ihr versteht...ich sage nur Heiliger Geist oder Lewwer duck dich, es kimmt en korze....lach
Und zu Eurer Beruhigung, auch hier ist es nicht gerade sommerlich. Nachdem wir gestern schoen in der Sonne gesessen haben, war es heute mal wieder etwas kuehler, der Wind rauher und wir hatten immer mal wieder dicke Wolken ueber uns.
In unserem heutigen Refugio haben sie gerade den Ofen angemacht. Also nix mit Sommer! :-(
Nach dem heutigen Tage sind das die Gedanken und Traeume eines Pilgers

Wie ich es eben schon erwaehnte, haben wir gestern noch in netter Runde gegessen. Es wurde dann auch ein bisschen feuchtfroehlich, als der Wirt oder auch Hospitalero genannt, die Schnapsflaschen auf den Tisch gestellt hat. Wir haben mal ein bisschen durchprobiert...da war wirklich viel heiliger Geist drinnen. Lach
Die Nacht in unserem "Familienzimmer" war angenehm und ruhig.
Heute morgen ging es dann um 7 Uhr los.
Ann-Sophie und ich sind frueh auf die Piste, da in Sahagun (knapp 7 Kilometer Fussmarsch - mit was auch sonst) um 8.30 Uhr ein Gottesdienst war.
Wir haben es geschafft.
Es war eine kleine Kirche mit schoenem Altar (aehnlich, wie die Altaere dieser ganzen Region sind) und es gab sogar Nonnen.
Und das Beste: eine Nonne hat die Orgel gespielt und die haben sogar gesungen! Schoen!!
Allerdings immer noch keine echte Kerze zum anzuenden in Sicht. Diese elektrischen Opferlichter sind ein grauss. Was denken sich die Spanier denn dabei? Am Ende kann ich meine ganzen versprochenen Kerzen wohl alle in Frankfurt oder Oweroure anstecken. *kopfschuettel*
Die elektrischen Dinger mache ich jedenfalls nicht an!!! BAsta!
Als wir aus der Kirche rauskommen, stehen auch schon Onkel Wim und Theo vor uns.
Es ist wieder frischer heute morgen. Wir suchen gleich ein schoenes Kaffee. FRUEHSTUECK.
Danach laufen uns Cornelia und Simone in die Arme. Toll. Die Familie kommt wieder zusammen.
Noch ein Kaeffchen...lach
So gegen 11.30 Uhr geht es dann weiter.
Heute motze ich auch mal ein bisschen ueber das Wetter. Vorhin hatte es schon zu regnen begonnen.
Ich mein Regenponcho raus - regen aus! Das gefaellt.
Aber es ist halt unangenehm. So sind wir den ganzen Tag wieder im kuehlen gelaufen. Ich moechte -nein, ich WILL-jetzt endlich mal einen Tag haben, an dem ich nicht staendig kalte Haende habe. KREISCHCHCHCHCH
Unterwegs sehen wir schon wieder Stoerche. Ich sage Euch, die gibt es hier haufenweise. Toll.
Die sitzen, wie auf dem Bild auf Schornsteinen, Kirchtuermen und landwirtschaftlichen Anlagen. Das ist einfach toll anzuschauen, weil man das in Deutschland so gut wie nicht zu sehen bekommt.
Wir befinden uns jetzt bereits in der Region Leon.
(ich glaube, Kastilien haben wir aber schon vor einigen Tagen verlassen und haben noch eine andere Provinz durchquert. Koennt euch ja mal schlau machen, und mir mitteilen kicher - das ist Eure Tagesaufgabe!!! lach)
Es geht immer noch meist gerade aus. Erst in den naechsten Tagen bekommt die Gegend mal wieder ein bisschen Abwechslung mit Huegeln und kurvigen Wegen.
Jedenfalls schwitzen wir beim Laufen nicht, das ist doch auch was, oder? seufzgrins.
Ich bin auch immer wieder ueberrascht, wie man das -heute ist der 15. Tag, an dem ich Laufe- immer noch so aushalten kann.
Es ist aber in der Tat so, dass sich nun der Koerper auf das Laufen und das Tragen des Rucksackes eingestellt hat.
Heute tun mir allerdings die Fuesse insgesamt weh. Es gibt keine neue Blasen, so dass ich wohl bei 2 Paellas von der Sanny bleibe...aber das ist ja schon prima!!! grins.
Gegen 15 Uhr sind wir dann in El Burgo Ranero, nach ca. 26 Kilometern, angekommen. Onkel Wim, Theo und Juergen sind schon da. Das Familienzimmer ist schon reserviert. Grins.
Werde jetzt mal losgehen und die beiden Suchen. Die haben einen wichtigen Auftrag: Wo gibt es heute Abend ein gutes Pilgermenue!!! Das sind grosse Verantwortungen!!1 das sage ich Euch.
Vielleicht gibt es dort auch fuer mich ein Bierchen. nein, ich werde hier nicht zum Alkoholiker. grins
Geschichtliches und zur Bodenkunde gibt es heute nichts zu sagen. DAmit verschone ich Euch.
Ich suche jetzt also mal ne warme Kneipe auf.
Euch und mir wuensche ich, dass ab dem 1. Mai auch so richtig schoenes Maiwetter auf uns zukommt.
Den hollaendischen Freunden und den Schwestern in Frankfurt wuensche ich einen schoenen Koniginnendag. Feiert schoen und trinkt fuer mich einen mit!
Es geht mir gut!!!
buen camino
Thomas
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Mittwoch, 29. April 2009
29.04.09 Carrion de los Condes nach San Nicolas
raffaelo3, 19:03h
So Ihr Lieben,
es gibt frohe Botschaft von mir. Bitte beachtet die vorherigen Beitraege, ich habe Euch heute wieder ein mal ein paar Bilder hochladen koennen.
Heute wird es auch wieder Bunt...
Hier noch eine Impression von gestern, Simone und ich haben eine kleine Siesta gemacht...

und noch eine kleine Impression vom gestrigen Wege..wir laufen an einem Kanal aus dem 18. Jahrhundert. Frueher diente er als Transportweg, heute zum bewaessern der Felder

und natuerlich eine andere Variante von Pilgerhighway...(auch von gestern)

Ja, auf solchen Pilgerautobahnen laesst sich gut vorankommen...kicher
Nun zurueck zum Weg!!!
Gestern habe ich dann mit Ann-Sophie, Theo und Onkel Wim das obligatorische Pilgermenue zum mir genommen. Lecker und wir sind (man darf es kaum laut sagen) nach ein - zwei Bierschen oder Rotwein dann noch in der Kirche gewesen.
Vorher habe ich noch den Super-Pilger aus Deutschland gesehen. Diesen hatte ich noch in Pamplona vor meiner Fahrt nach St. Jean Pied de Port getroffen. Er ist in Deutschland gestartet, pilgert immer in Etappen und ist seit 6 Jahren unterwegs. Ich sag es ja, man trifft sich immer wieder auf dem Camino.
Nach dem Abendessen gab es in der Alberge noch einen wunderschoenen Pilgersegen von den Nonnen, die diese betreiben. Sie haben fuer die Pilger gesungen und jedem Einzelnen den Segen fuer den weiteren Weg gegeben. Sehr schoen und ergreifend!!!
Dann ging es fuer mich wieder frueh zu Bett. Bin einfach abends muede. Der Schlafsaal, seht selbst:

Das ist aber nur ein Ausschnitt davon. Aber ganz nett!
Und heute Nacht hat ein einziger Pilger das wunderschoene Gebaelk alleine zersaegt! Wow, da hatten sogar meine Oropax muehe, diesen Laerm abzuhalten (bzw. sie haben es garnicht geschafft).
Trotzdem habe ich gut geschlafen.
Und heute Morgen, ich kann es kaum fassen. Ich bin noch nicht richtig wach, da hat wohl schon jemand den Startschuss gegeben.
Vor 6 Uhr haben die Pilger schon angefangen ihre Sachen zu packen, sich fertig zu machen, einfach Laerm zu machen. Taschenlampen an, quatschen...da kannst Du nur lachen (wenn es nicht so traurig waere). Die sind einfach total ruecksichtslos.
Ich schmiere mir erst einmal die Fuesse ein, mache Hirschtalg auf die gefaehrlichen Stellen und stehe dann langsam auf.
Bin aber guter Dinge.
Ann-Sophie wartet unten schon auf mich.
Wir wollen heute gemeinsam marschieren.
Da es eine Tankstelle mit Kaffeebar geben soll, marschieren wir um kurz nach Sieben los.
Als haette ich es geahnt, die Tanke hat natuerlich noch zu. So gibts nur einen kleinen Snack und schon geht es auf eine 18 Kilometer-Etappe, bei der es nichts dazwischen gibt. Kein Dorf, nichts zu essen.
Macht aber nichts. Wir sind guter Dinge.
Laufen in einen wunderschoenen Morgen. Es ist noch kuehl aber der Wind ist wesentlich weniger.
Fuesse und Beine sind absolut in Ordnung. Nach kurzer Zeit laeuft der kleine Thomas absolut rund.
Hier eine kleine Anmerkung: Liebe Sanny, vielen dank fuer Dein Angebot. Auch wenn ich jetzt nur 2 Paellas von Dir bekomme, werde ich es nicht darauf anlegen, noch weiter Blasen zu erlaufen (zaehlen die Blasen meiner besten Freunde oder der Familie auch???lach).
Das Angebot nehme ich gerne an.
Wir kommen super durch. Gut, dass das der Start in den Tag ist. Da ist man wenigstens noch frisch.
Im ersten Dorf ist die Bar natuerlich sofort uns. Ich goenne mir -ganz Weichei Hape gleich ( ja, er ist und bleibt ein Weichei!!!!!!!)- gleich 2 koffeinfreie Milchkaffee.
Lecker!
Onkel Wim und Theo kommen auch zu uns.
Danach gehen wir weiter. Endlich bekommt die Landschaft wieder ein bisschen Abwechslung, bisschen Huegel, kurvige Wege...das mag ich lieber, als gerade Ebene Strecken, wo man zu Beginn der Etappe schon das Ziel sieht.
Nachdem die Pilger anfangs noch in Massen auf dem Pilgerhighway unterwegs sind, duennt es sich spaeter erwartungsgemaess aus.
Es laeuft wirklich gut. So entscheiden wir uns, ganz gemuetlich noch eine Station weiter, nach San Nicolas, zu laufen. Somit erneut so ca. 32-34 Kilometer (kommt drauf an, ob nach hollaendischem oder deutschen Reisefuehrer ;-)).
Am Ziel warten Onkel Wim und Theo schon auf uns. Hier ein kleiner Eindruck bei unserem Eintreffen:

Ja, auch das ist Pilgerleben (ich habe mein Bier direkt im Anschluss auch getrunken).
Dann Duschen und natuerlich was Essen.
Hier hat mich Onkel Wim erwischt und mir das Foto zur Verfuegung gestellt.
So sehe ich am heutigen Tage aus:

So meine Lieben, jetzt seid ihr mal wieder auf dem Laufenden.
Meinen Fuessen geht es wirklich blendend.
Das Wetter wird immer besser, wir sind heute schon wieder in kurzen Oberteilen gelaufen.
Die Schnarcher haben wir abgehaengt (hoffe ich) und die Alberge ist nett und klein.
Lieber Bruder,
nein, die haben keine Drogen genommen. Ich habe sie auch nicht bestochen oder aehnliches. Das macht alles DER WEG!!! lach
Lieber Wolfgang.
Danke fuer Deinen Postdienst. Richte doch bitte mal einen lieben Gruss aus.
Und ich bestelle im Universum mal fuer Dich ein bisschen Ruhe und Enstpannung.
Danke Family Kiehl fuer die guten Ratschlaege und Tipps.
Die Geschichte mit dem Bad (egal, ob schwere oder leichte Depris) klappt leider nicht.
Bin ja taeglich schon froh, wenn ich warmes Wasser zum duschen habe. Was ist eine Badewanne????
So, jetzt muss ich den Rechner mal frei machen...die stehen schon Schlange...
Hoffe, Ihr hattet ein bisschen Spass beim lesen.
es gruesst Euch vom Camino
Euer
Thomas
und er lacht immer noch
es gibt frohe Botschaft von mir. Bitte beachtet die vorherigen Beitraege, ich habe Euch heute wieder ein mal ein paar Bilder hochladen koennen.
Heute wird es auch wieder Bunt...
Hier noch eine Impression von gestern, Simone und ich haben eine kleine Siesta gemacht...

und noch eine kleine Impression vom gestrigen Wege..wir laufen an einem Kanal aus dem 18. Jahrhundert. Frueher diente er als Transportweg, heute zum bewaessern der Felder

und natuerlich eine andere Variante von Pilgerhighway...(auch von gestern)

Ja, auf solchen Pilgerautobahnen laesst sich gut vorankommen...kicher
Nun zurueck zum Weg!!!
Gestern habe ich dann mit Ann-Sophie, Theo und Onkel Wim das obligatorische Pilgermenue zum mir genommen. Lecker und wir sind (man darf es kaum laut sagen) nach ein - zwei Bierschen oder Rotwein dann noch in der Kirche gewesen.
Vorher habe ich noch den Super-Pilger aus Deutschland gesehen. Diesen hatte ich noch in Pamplona vor meiner Fahrt nach St. Jean Pied de Port getroffen. Er ist in Deutschland gestartet, pilgert immer in Etappen und ist seit 6 Jahren unterwegs. Ich sag es ja, man trifft sich immer wieder auf dem Camino.
Nach dem Abendessen gab es in der Alberge noch einen wunderschoenen Pilgersegen von den Nonnen, die diese betreiben. Sie haben fuer die Pilger gesungen und jedem Einzelnen den Segen fuer den weiteren Weg gegeben. Sehr schoen und ergreifend!!!
Dann ging es fuer mich wieder frueh zu Bett. Bin einfach abends muede. Der Schlafsaal, seht selbst:

Das ist aber nur ein Ausschnitt davon. Aber ganz nett!
Und heute Nacht hat ein einziger Pilger das wunderschoene Gebaelk alleine zersaegt! Wow, da hatten sogar meine Oropax muehe, diesen Laerm abzuhalten (bzw. sie haben es garnicht geschafft).
Trotzdem habe ich gut geschlafen.
Und heute Morgen, ich kann es kaum fassen. Ich bin noch nicht richtig wach, da hat wohl schon jemand den Startschuss gegeben.
Vor 6 Uhr haben die Pilger schon angefangen ihre Sachen zu packen, sich fertig zu machen, einfach Laerm zu machen. Taschenlampen an, quatschen...da kannst Du nur lachen (wenn es nicht so traurig waere). Die sind einfach total ruecksichtslos.
Ich schmiere mir erst einmal die Fuesse ein, mache Hirschtalg auf die gefaehrlichen Stellen und stehe dann langsam auf.
Bin aber guter Dinge.
Ann-Sophie wartet unten schon auf mich.
Wir wollen heute gemeinsam marschieren.
Da es eine Tankstelle mit Kaffeebar geben soll, marschieren wir um kurz nach Sieben los.
Als haette ich es geahnt, die Tanke hat natuerlich noch zu. So gibts nur einen kleinen Snack und schon geht es auf eine 18 Kilometer-Etappe, bei der es nichts dazwischen gibt. Kein Dorf, nichts zu essen.
Macht aber nichts. Wir sind guter Dinge.
Laufen in einen wunderschoenen Morgen. Es ist noch kuehl aber der Wind ist wesentlich weniger.
Fuesse und Beine sind absolut in Ordnung. Nach kurzer Zeit laeuft der kleine Thomas absolut rund.
Hier eine kleine Anmerkung: Liebe Sanny, vielen dank fuer Dein Angebot. Auch wenn ich jetzt nur 2 Paellas von Dir bekomme, werde ich es nicht darauf anlegen, noch weiter Blasen zu erlaufen (zaehlen die Blasen meiner besten Freunde oder der Familie auch???lach).
Das Angebot nehme ich gerne an.
Wir kommen super durch. Gut, dass das der Start in den Tag ist. Da ist man wenigstens noch frisch.
Im ersten Dorf ist die Bar natuerlich sofort uns. Ich goenne mir -ganz Weichei Hape gleich ( ja, er ist und bleibt ein Weichei!!!!!!!)- gleich 2 koffeinfreie Milchkaffee.
Lecker!
Onkel Wim und Theo kommen auch zu uns.
Danach gehen wir weiter. Endlich bekommt die Landschaft wieder ein bisschen Abwechslung, bisschen Huegel, kurvige Wege...das mag ich lieber, als gerade Ebene Strecken, wo man zu Beginn der Etappe schon das Ziel sieht.
Nachdem die Pilger anfangs noch in Massen auf dem Pilgerhighway unterwegs sind, duennt es sich spaeter erwartungsgemaess aus.
Es laeuft wirklich gut. So entscheiden wir uns, ganz gemuetlich noch eine Station weiter, nach San Nicolas, zu laufen. Somit erneut so ca. 32-34 Kilometer (kommt drauf an, ob nach hollaendischem oder deutschen Reisefuehrer ;-)).
Am Ziel warten Onkel Wim und Theo schon auf uns. Hier ein kleiner Eindruck bei unserem Eintreffen:

Ja, auch das ist Pilgerleben (ich habe mein Bier direkt im Anschluss auch getrunken).
Dann Duschen und natuerlich was Essen.
Hier hat mich Onkel Wim erwischt und mir das Foto zur Verfuegung gestellt.
So sehe ich am heutigen Tage aus:

So meine Lieben, jetzt seid ihr mal wieder auf dem Laufenden.
Meinen Fuessen geht es wirklich blendend.
Das Wetter wird immer besser, wir sind heute schon wieder in kurzen Oberteilen gelaufen.
Die Schnarcher haben wir abgehaengt (hoffe ich) und die Alberge ist nett und klein.
Lieber Bruder,
nein, die haben keine Drogen genommen. Ich habe sie auch nicht bestochen oder aehnliches. Das macht alles DER WEG!!! lach
Lieber Wolfgang.
Danke fuer Deinen Postdienst. Richte doch bitte mal einen lieben Gruss aus.
Und ich bestelle im Universum mal fuer Dich ein bisschen Ruhe und Enstpannung.
Danke Family Kiehl fuer die guten Ratschlaege und Tipps.
Die Geschichte mit dem Bad (egal, ob schwere oder leichte Depris) klappt leider nicht.
Bin ja taeglich schon froh, wenn ich warmes Wasser zum duschen habe. Was ist eine Badewanne????
So, jetzt muss ich den Rechner mal frei machen...die stehen schon Schlange...
Hoffe, Ihr hattet ein bisschen Spass beim lesen.
es gruesst Euch vom Camino
Euer
Thomas
und er lacht immer noch
... link (3 Kommentare) ... comment
Nachgereichte Bilder der letzten Tage
raffaelo3, 18:46h
So, ihr Lieben,
hiermit reiche ich Euch mal ein paar Bilder nach, damit ihr mal wieder ein paar Eindruecke habt.
Viel Spass damit.
Ich erzaehlte Euch ja von dem "romantischen" Pilgerhighway...hier Nr. 1
Oben, auf ueber 900 Meter...saukalt

So, und weiter geht es.
In unserer mitte seht ihr den 81 Jahre alten Herren, der uns vor Burgos die Abkuerzung gezeigt hat.
Grazias, senor

Pilgerhighway Nr. 2
Die Einfallstrasse nach Burgos..wie ich schon sagte, PIlgerromantik kann auch so aussehen...

Ein Blick in die moderne Herberge von Burgos...

Die Familie verabschiedet sich am Sonntag von Cemi
Adios Cemi (das Bild entstand vor der Kathedrale)

In den letzten Tagen berichtete ich Euch von einer Stadt, die man lange nicht sehen konnte und die auf einmal auftauchte. Sie war in eine Delle der Landschaft gebaut, sein Name Hornillos del Camino. Hier mal ein Eindruck

Ein Eindruck vom Weg....

und hier reiche ich Euch den Hahn von Santo Domingo nach. Ihr erinnert Euch sicher an die Geschichte mit dem Jungen, der von Santo Domingo vor dem Strick gerettet wurde.
In diesem Kaefig in der Kirche sitzt der Vogel...

Santo Domingo Wim, der Held

Santo Domingo, ich der Held :-))

Der Altar der Kathedrale von Burgos...so aehnlich sehen hier alle Altaere aus

hiermit reiche ich Euch mal ein paar Bilder nach, damit ihr mal wieder ein paar Eindruecke habt.
Viel Spass damit.
Ich erzaehlte Euch ja von dem "romantischen" Pilgerhighway...hier Nr. 1
Oben, auf ueber 900 Meter...saukalt

So, und weiter geht es.
In unserer mitte seht ihr den 81 Jahre alten Herren, der uns vor Burgos die Abkuerzung gezeigt hat.
Grazias, senor

Pilgerhighway Nr. 2
Die Einfallstrasse nach Burgos..wie ich schon sagte, PIlgerromantik kann auch so aussehen...

Ein Blick in die moderne Herberge von Burgos...

Die Familie verabschiedet sich am Sonntag von Cemi
Adios Cemi (das Bild entstand vor der Kathedrale)

In den letzten Tagen berichtete ich Euch von einer Stadt, die man lange nicht sehen konnte und die auf einmal auftauchte. Sie war in eine Delle der Landschaft gebaut, sein Name Hornillos del Camino. Hier mal ein Eindruck

Ein Eindruck vom Weg....

und hier reiche ich Euch den Hahn von Santo Domingo nach. Ihr erinnert Euch sicher an die Geschichte mit dem Jungen, der von Santo Domingo vor dem Strick gerettet wurde.
In diesem Kaefig in der Kirche sitzt der Vogel...

Santo Domingo Wim, der Held

Santo Domingo, ich der Held :-))

Der Altar der Kathedrale von Burgos...so aehnlich sehen hier alle Altaere aus

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Dienstag, 28. April 2009
28.04.09 Itero de la Vega nach Carrion de los Condes
raffaelo3, 18:17h
Und hier nun das Neuste vom Camino!!!
Hallo Ihr Lieben,
beinahe haette ich Euch neue Bilder vom Weg, den Pilgerhighways usw. zeigen koennen (und vielleicht auch mal ein aktuelles Bild von mir...grins).
Leider funktioniert das hier mit dem Hochladen doch nicht. Also, schaut Euch die alten Bilder noch ein bisschen an....
Ich muss Euch sagen, das mit dem Wetter koennte mal so langsam ein bisschen besser werden. Die Sonne kommt jetzt zwar immer mehr durch, heute war auch der Wind etwas maessiger, aber immer noch ist es kalt hier!!!! :-(
Bin ich hier in Spanien oder in den Pyreneen????
So, jetzt mal wieder zurueck...
Gestern war es wirklich noch kaelter als heute.
Ich habe nach der Etappe von gestern ziemlich gefroren. Also schoenen warmen entkoffeinierten Kaffee in mich reingeschuettet, so dass ich wenigstens ein bisschen waerme in mir hatte.
Ich war ja dann bei dem tollen Rechner, der sich noch ueber das Telefon eingewaehlt hat und habe dort auch gleich ein Pilgermenue fuer uns huebschen bestellt.
Es gab Paella. Und ich sage Euch, die war wirklich lecker. Der Koch (und Hospitalero und Kuechenmaedchen usw.) in seiner schmuddeligen Schuerze hat dann sein Programm ein bisschen erweitern muessen, da fuer 7 Personen nicht genug Paella da war. Schon witzig.
Elke, ich sage Dir, Du haettest bei diesem Herren bestimmt auf das Essen verzichtet. Der Mensch, die Einrichtung und auch das Geschirr...na ja, ich will Euch Einzelheiten ersparen. lach
Aber geschmeckt hat es. Wir waren eine lustige Runde, Wein gab es in Huelle und Fuelle (was mir jetzt nicht all zu viel brachte) aber zu guter letzt hat er dann den Schnaps rausgeholt. Ich sage Euch.
Ich gehe mal davon aus, dass der dann alles desinfiziert hat, denn es geht mir heute blendend.
Auch haben wir alle bestens geschlafen.
Ich denke, dass dieses Abendessen auch eine Huerde oder Aufgabe des "Parcours" Camino ist...grins
Als wir dann so gegen 21.15 Uhr ins Alberge kamen, lag schon die halbe Mannschaft wieder im Bett. Ich sage Euch, wenn das so weiter geht, liege ich bald um 20 Uhr im Bett. Verrueckt.
Es ist aber so, dass ich auch sofort geschlafen habe. Ich denke, wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, wo es auf dem Weg durchaus an die Substanz geht. Deshalb ist das Motto: ordentlich Trinken, einmal am Tag was warmes Essen und natuerlich genug schlafen.
Ich habe heute Nacht wunderbar geschlafen. Die Frau neben mir hat sich wohl ein bisschen die Lunge aus dem Hals gehustet, aber wenigstens hat fast keiner geschnarcht. Aber nach fast 2 Wochen in Gemeinschaftsunterkuenften macht einem das nichts mehr aus...man haertet ab.
Heute morgen bin ich dann mal wieder frueh mit Cornelia und Simone fast gleichzeitig gestartet. Wir liefen heute fast den ganzen Tag zusammen.
Heute Morgen war es immer noch ziemlich kuehl. Allerdings schon ein bisschen waermer, als gestern.
Die Sonne hat sich auch noch mehr heraus gewagt. Die Wolken haben sich auch zurueckgezogen. Die Landschaft ist heute wieder sehr flach (obwohl wir auf 800 Meter sind) und wir laufen ziemlich Eben.
Der Jakobsweg verlaeuft hier ziemlich gerade. Ich mag es lieber, wenn es ein bisschen Kurven und Huegel hat. Dann kann man nicht gleich zu Beginn einer Etappe deren Ende sehen und es ist ein bisschen Abwechslungsreicher.
Jedenfalls danke ich an dieser Stelle ganz Herzlich der Cornelia, die wirklich meine Ferse gut in Haenden (und das meine ich wirklich) hat(te).
Nachdem ich mich eingelaufen habe, meine Schonhaltung aufgegeben habe, geht wunderbar und ich laufe wie ein junger Gott.
Ach, weil ich gerade von jungem Gott spreche. Ich habe ja das Gefuehl, dass der Camino zudem noch ein Jungbrunnen ist (ich hoffe, ich hatte das noch nicht erwaehnt, moechte mich nicht wiederholen).
Man hat mich jetzt schon mehrfach auf anfang bis mitte Dreissig geschaetzt. Vielleicht liegt es auch an meiner ueppigen Frisur...und die Herrschaften, die mich schaetzten, waren nicht blind, besoffen oder nicht im vollen Besitz ihrer geistigen Faehigkeiten.
Die haben das ernst gemeint... :-)))
Jedenfalls ist der Weg heute gut. Mir tut nichts weh, ich bin nicht am rennen und kann es schoen geniessen.
Und da mir nichts weh tut, beschliesse ich in Villalcalzar de Sirga, die naechsten 5,5 Kilometer auch noch zu gehen. Ich habe es auch nicht bereut. Auch nach kurzer Rast und Dusche kann ich mich bestens auf meinen Fuessen fortbewegen. Freu Freu Freu
Cornelia und Simone lasse ich nun zurueck. Sie wollen nicht mehr. Was mit Alex und Martin ist, weiss ich nicht. Habe sie ja nicht mehr gesehen auf dem heutigen Wege. Aber es geht hier ja niemand verloren!
Schon bei meinem Einmarsch in Carrion de los Condes sehe ich von weitem Onkel Wim und Theo stehen. Welch Freude. Sie begleiten mich sofort in die Herberge. Auch Ann-Sophie ist hier.
Also habe ich den einen Teil der Familie verlassen, den anderen Teil aber auch wieder gefunden.
Im Dorf laufen auch einige andere bekannte Gesichter rum
Die Herberge wird von Schwestern (nein, keinen Tunten lach) gefuehrt. Sie machen mir sogar die Waesche. Gerade duerfte der Trockner fuer mich laufen. Wuerde ja selbst waschen, aber bei der Witterung wuerden meine Sachen nicht trocknen (bin ich jetzt auch ein Luxuspilger????).
Heute gibt es wieder ein geistliches Programm, worauf ich mich freue.
Mit Onkel Wim, Theo und Ann-Sophie werde ich heute mal wieder essen gehen.
Also ihr seht, alles ist im Lot.
Ich bin ueber den heutigen Tag zufrieden. Immerhin waren es fast 33 Kilometer. Und das Beste: mir tut NICHTS weh. Auch an der Blasenfront gibt es nichts Neues! Aetsch!!!!
Die einzige Blase, die sich derzeit ruehrt, ist die andere...aber vom Biertrinken abends...lach
Ich muss Euch jetzt auch mal sagen, dass ich am 27.04., also gestern, 2 Beitraege geschrieben habe.
Es ist mir nur aufgefallen, dass dieser fast nicht gelesen wurde. Das nur zu Eurer Information.
Ja, ihr Lieben, wenn ich heute auf meinen Pilgerfuehrer schaue, dann duerfte dies jetzt -rein von den Kilometern- Halbzeit sein. Ab hier sind es nun noch genau 400,9 Kilometer (bei 805 Kilometer beim Start ab St. Jean Pied de Port).
Daher werde ich wohl mit meiner Pilger-"Familie" heute Bergfest feiern.
Koennte nur passieren, dass in den Reisefuehrer aus Holland andere Angaben stehen. Vielleicht feiern die erst Morgen oder haben gestern schon gefeiert.. ;-)
So, das war es jetzt fuer heute.
Es gruesst Euch ein frohgelaunter (immer noch, nach 13 Tagen auf dem Camino!) und hungriger
Thomas
P.S.: ich habe mittlerweile 3 Anrufe auf meinem Handy. Wenn jemand von Euch angerufen hat: es ist zwecklos. Kann die Sprachbox nicht abhoeren. Also bitte nur SMS oder Email!!! Danke
Hallo Ihr Lieben,
beinahe haette ich Euch neue Bilder vom Weg, den Pilgerhighways usw. zeigen koennen (und vielleicht auch mal ein aktuelles Bild von mir...grins).
Leider funktioniert das hier mit dem Hochladen doch nicht. Also, schaut Euch die alten Bilder noch ein bisschen an....
Ich muss Euch sagen, das mit dem Wetter koennte mal so langsam ein bisschen besser werden. Die Sonne kommt jetzt zwar immer mehr durch, heute war auch der Wind etwas maessiger, aber immer noch ist es kalt hier!!!! :-(
Bin ich hier in Spanien oder in den Pyreneen????
So, jetzt mal wieder zurueck...
Gestern war es wirklich noch kaelter als heute.
Ich habe nach der Etappe von gestern ziemlich gefroren. Also schoenen warmen entkoffeinierten Kaffee in mich reingeschuettet, so dass ich wenigstens ein bisschen waerme in mir hatte.
Ich war ja dann bei dem tollen Rechner, der sich noch ueber das Telefon eingewaehlt hat und habe dort auch gleich ein Pilgermenue fuer uns huebschen bestellt.
Es gab Paella. Und ich sage Euch, die war wirklich lecker. Der Koch (und Hospitalero und Kuechenmaedchen usw.) in seiner schmuddeligen Schuerze hat dann sein Programm ein bisschen erweitern muessen, da fuer 7 Personen nicht genug Paella da war. Schon witzig.
Elke, ich sage Dir, Du haettest bei diesem Herren bestimmt auf das Essen verzichtet. Der Mensch, die Einrichtung und auch das Geschirr...na ja, ich will Euch Einzelheiten ersparen. lach
Aber geschmeckt hat es. Wir waren eine lustige Runde, Wein gab es in Huelle und Fuelle (was mir jetzt nicht all zu viel brachte) aber zu guter letzt hat er dann den Schnaps rausgeholt. Ich sage Euch.
Ich gehe mal davon aus, dass der dann alles desinfiziert hat, denn es geht mir heute blendend.
Auch haben wir alle bestens geschlafen.
Ich denke, dass dieses Abendessen auch eine Huerde oder Aufgabe des "Parcours" Camino ist...grins
Als wir dann so gegen 21.15 Uhr ins Alberge kamen, lag schon die halbe Mannschaft wieder im Bett. Ich sage Euch, wenn das so weiter geht, liege ich bald um 20 Uhr im Bett. Verrueckt.
Es ist aber so, dass ich auch sofort geschlafen habe. Ich denke, wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, wo es auf dem Weg durchaus an die Substanz geht. Deshalb ist das Motto: ordentlich Trinken, einmal am Tag was warmes Essen und natuerlich genug schlafen.
Ich habe heute Nacht wunderbar geschlafen. Die Frau neben mir hat sich wohl ein bisschen die Lunge aus dem Hals gehustet, aber wenigstens hat fast keiner geschnarcht. Aber nach fast 2 Wochen in Gemeinschaftsunterkuenften macht einem das nichts mehr aus...man haertet ab.
Heute morgen bin ich dann mal wieder frueh mit Cornelia und Simone fast gleichzeitig gestartet. Wir liefen heute fast den ganzen Tag zusammen.
Heute Morgen war es immer noch ziemlich kuehl. Allerdings schon ein bisschen waermer, als gestern.
Die Sonne hat sich auch noch mehr heraus gewagt. Die Wolken haben sich auch zurueckgezogen. Die Landschaft ist heute wieder sehr flach (obwohl wir auf 800 Meter sind) und wir laufen ziemlich Eben.
Der Jakobsweg verlaeuft hier ziemlich gerade. Ich mag es lieber, wenn es ein bisschen Kurven und Huegel hat. Dann kann man nicht gleich zu Beginn einer Etappe deren Ende sehen und es ist ein bisschen Abwechslungsreicher.
Jedenfalls danke ich an dieser Stelle ganz Herzlich der Cornelia, die wirklich meine Ferse gut in Haenden (und das meine ich wirklich) hat(te).
Nachdem ich mich eingelaufen habe, meine Schonhaltung aufgegeben habe, geht wunderbar und ich laufe wie ein junger Gott.
Ach, weil ich gerade von jungem Gott spreche. Ich habe ja das Gefuehl, dass der Camino zudem noch ein Jungbrunnen ist (ich hoffe, ich hatte das noch nicht erwaehnt, moechte mich nicht wiederholen).
Man hat mich jetzt schon mehrfach auf anfang bis mitte Dreissig geschaetzt. Vielleicht liegt es auch an meiner ueppigen Frisur...und die Herrschaften, die mich schaetzten, waren nicht blind, besoffen oder nicht im vollen Besitz ihrer geistigen Faehigkeiten.
Die haben das ernst gemeint... :-)))
Jedenfalls ist der Weg heute gut. Mir tut nichts weh, ich bin nicht am rennen und kann es schoen geniessen.
Und da mir nichts weh tut, beschliesse ich in Villalcalzar de Sirga, die naechsten 5,5 Kilometer auch noch zu gehen. Ich habe es auch nicht bereut. Auch nach kurzer Rast und Dusche kann ich mich bestens auf meinen Fuessen fortbewegen. Freu Freu Freu
Cornelia und Simone lasse ich nun zurueck. Sie wollen nicht mehr. Was mit Alex und Martin ist, weiss ich nicht. Habe sie ja nicht mehr gesehen auf dem heutigen Wege. Aber es geht hier ja niemand verloren!
Schon bei meinem Einmarsch in Carrion de los Condes sehe ich von weitem Onkel Wim und Theo stehen. Welch Freude. Sie begleiten mich sofort in die Herberge. Auch Ann-Sophie ist hier.
Also habe ich den einen Teil der Familie verlassen, den anderen Teil aber auch wieder gefunden.
Im Dorf laufen auch einige andere bekannte Gesichter rum
Die Herberge wird von Schwestern (nein, keinen Tunten lach) gefuehrt. Sie machen mir sogar die Waesche. Gerade duerfte der Trockner fuer mich laufen. Wuerde ja selbst waschen, aber bei der Witterung wuerden meine Sachen nicht trocknen (bin ich jetzt auch ein Luxuspilger????).
Heute gibt es wieder ein geistliches Programm, worauf ich mich freue.
Mit Onkel Wim, Theo und Ann-Sophie werde ich heute mal wieder essen gehen.
Also ihr seht, alles ist im Lot.
Ich bin ueber den heutigen Tag zufrieden. Immerhin waren es fast 33 Kilometer. Und das Beste: mir tut NICHTS weh. Auch an der Blasenfront gibt es nichts Neues! Aetsch!!!!
Die einzige Blase, die sich derzeit ruehrt, ist die andere...aber vom Biertrinken abends...lach
Ich muss Euch jetzt auch mal sagen, dass ich am 27.04., also gestern, 2 Beitraege geschrieben habe.
Es ist mir nur aufgefallen, dass dieser fast nicht gelesen wurde. Das nur zu Eurer Information.
Ja, ihr Lieben, wenn ich heute auf meinen Pilgerfuehrer schaue, dann duerfte dies jetzt -rein von den Kilometern- Halbzeit sein. Ab hier sind es nun noch genau 400,9 Kilometer (bei 805 Kilometer beim Start ab St. Jean Pied de Port).
Daher werde ich wohl mit meiner Pilger-"Familie" heute Bergfest feiern.
Koennte nur passieren, dass in den Reisefuehrer aus Holland andere Angaben stehen. Vielleicht feiern die erst Morgen oder haben gestern schon gefeiert.. ;-)
So, das war es jetzt fuer heute.
Es gruesst Euch ein frohgelaunter (immer noch, nach 13 Tagen auf dem Camino!) und hungriger
Thomas
P.S.: ich habe mittlerweile 3 Anrufe auf meinem Handy. Wenn jemand von Euch angerufen hat: es ist zwecklos. Kann die Sprachbox nicht abhoeren. Also bitte nur SMS oder Email!!! Danke
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