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Mittwoch, 22. April 2009
22.04.09 Logrono nach Najera
raffaelo3, 18:00h
So, jetzt muss ich erst noch einmal ein bisschen Luft ablassen.
Ich hatte Euch ja berichtet, dass ich gestern ein bisschen zickig wurde. Seid froh, dass ich weit weg von Euch bin. Das ist noch so richtig geil geworden.
Anne, ich sage, DU BIST EIN NICHTS! Ich bin viel besser, als Du!!! Aetsch.
Logrono war fuer mich -wie die Homoeopathen sagen - eine richtig Heilungskrise fuer mich.
Ich hatte einfach partout keinen Bock auf Grossstadt. Mir gefallen die kleinen Nester zurzeit viel besser.
Bin aber schoen Achtsam, so dass ich klar wusste, dass es nur bei mir liegt. (Liebe Mama, ich habe keine Tueren geschlagen!!!! grins) Auch habe ich die anderen in Ruhe gelassen. Ich sage Euch, ich kann SCHWEIGEN!!!
Heute ist alles wieder bestens.
Gestern Abend wurde ich dann noch einmal am Fuss "operiert". Und jetzt sollten die, die OP-Berichte nicht so doll finden, fuer den Rest des Absatzes wegschauen (ich schreibe das hier auch, weil ihr ja Hautnah dabei sein wollt, oder??? - also in Freud und Leid!!!). Auf dem Camino scheint es ein bisschen Brauch zu sein, dass man in die Blasen Faeden einzieht, damit sie austrocknen koennen und sich nicht wieder verschliessen. So hat mir Dr. Cemi, ab heute traegt er den Titel Prof. e.h., also einen Faden durch die Blase gezogen. Das habe ich ueberhaupt nicht gespuert. Dann Pflaster drueber, und Du kannst wieder marschieren. Wie sollte ich auch am kleinen Zeh ein Compeed-Pflaster anbringen. Das ist unmoeglich.
Der Rest des Abends war aufgrund meiner Stimmung aus dem Protokoll zu streichen. Grins
Die Nacht war dafuer ganz gut. Ich war heute morgen gegen 5.30 Uhr wach (war ja auch schon um 21.30 Uhr im Bett) und habe dann um kurz nach 7 Uhr Logrono fluchtartig verlassen (das arme Logrono, es kann garnichts dazu!! hi hi hi).
Es war ziemlich frisch - 10 Grad - aber tendenziell war das Wetter gut. Jetzt im Moment sind sommerliche Temperaturen und die Sonne scheint.
Also heute morgen war es ziemlich frisch. Aber die Fuesse und das ganze Fahrgestell waren gut in Form. Konnte gut Laufen.
Heute war wieder ein Tag, alleine zu laufen. Das tut gut und ist auch mal schoen. Man trifft ja immer wieder -mittlerweile- alte Bekannte, schwaetzt kurz was und dann geht man wieder in die Stille.
Der Weg aus Logrono war so la la. Viele Autobahnen, Industriegebiete usw. Nicht gerade ein besonderer Teil des Weges.
Aber auch das gehoert wohl zu einer solchen Pilgerreise. Man kann eben nicht immer nur romantische Strecken haben.
Nach Logrono kam dann Navarrete. Ab hier wurde der Weg dann wieder ein bisschen schoener. Ueber Ventosa ging es dann Richtung Najera. Dort bin ich nun und dort macht die ganze grosse Familie heute Pause.
Wir sind nun mitten im Weinbaugebiet. Schoene Aussichten auf die Region La Rjoja (oder so aehnlich). Bilder folgen
Gerade laeuft die Waschmaschine. Heute ist Waschtag, aber nicht mit der Hand! Bisschen Pause muss sein.
Bilder von heute werde ich dieser Tage noch nachtragen.
Gerade steht der Wim hinter mir. Ein guter Freund aus unserem Nachbarland Holland (ich kann jetzt nichts anderes schreiben, weil er hinter mir steht) Ich soll Euch alle schoen gruessen, aber auch von seinem MitPilgerBruder Theo. Bilder folgen auch hier noch.
so nun weiter im Weg.
Ich bin heute wirklich gut voran gekommen, obwohl ich spaeter ein bisschen Probleme mit den Fuessen hatte. Bitte keine all zu verfruehte Freude, es gibt keine neue Blasen.
Allerdings tut das Fahrgestell heute ziemlich weh. Es waren immerhin auch heute wieder fast 30 Kilometer.
Ansonsten ist heute nicht viel passiert unterwegs.
Mir fiel unterwegs ein Zitat aus einem Film ein:
"Hast Du einmal Sorgen, so geh mit offenen Augen und Ohren durch den Wald. Und in jedem Baum, jeder Blume wird Dir die Allmacht Gottes bewusst."
Keine Angst, ich habe gerade keine Sorgen, fiel mir halt so ein. Und Wolfgang: ja ich weiss, dass es bestimmt nicht ganz richtig zitiert ist, Du koenntest das besser...grins
Ist das nicht herrlich...ich sage ja, es kommen einem beim Laufen die witztigsten Gedanken.
Sonst faellt mir heute auch nichts ein, was berichtenswert waere. Immerhin ist ja auch erst der halbe Tag rum, oder.
Und nun einige Anmerkungen zu Euren Kommentaren.
Ich freue mich wirklich total darueber. Also macht nur weiter so (sonst wuerde ich ja denken, dass mein Gesuelze keinen Interessiert lach).
Ich als Autor kann sehen, wie oft der jeweilige Beitrag aufgerufen wird. Das pendelt im Moment so zwischen 40 und 145 (nein, das ist nicht gelogen!!) pro Beitrag.
Und zu Geschenken. Dazu kann ich zurzeit nichts sagen. Jetzt wird noch nichts gekauft. Immerhin ist mir schon mein taeglich Brot viel zu schwer. Darueber befinde ich erst in Santiago, wenn ich nur noch zum Flugzeug muss. :-)
Ja und ansonsten werde ich mich weiterhin bemuehen, Euch auf dem Laufenden zu halten.
Der Weg geht weiter, der Camino ruft jeden Tag aufs neue.
Heute gab es auf dem Weg ein tolles Gedicht. Es ruehrte mich ein wenig zu Traenen. Habe es fotografiert. Werde es Euch zukommen lassen, sobald ich wieder an meine Bilder kann.
So, und jetzt ist Schluss. Die Waesche ist schon im Trockner und ich kriege schon leichte Hungergefuehle.
Werde jetzt in die Sonne gehen.
Ich hoffe, Euch allen geht es auch gut.
Morgen werde ich mal eine kuerzere Etappe laufen, damit ich meine Fuesse mal ein bisschen schone. Mache mal wieder einen halben Tag frei.
es gruesst Euch mit
buen Camino
Thomas (mit wieder guter Laune!!!) :-))
Ich hatte Euch ja berichtet, dass ich gestern ein bisschen zickig wurde. Seid froh, dass ich weit weg von Euch bin. Das ist noch so richtig geil geworden.
Anne, ich sage, DU BIST EIN NICHTS! Ich bin viel besser, als Du!!! Aetsch.
Logrono war fuer mich -wie die Homoeopathen sagen - eine richtig Heilungskrise fuer mich.
Ich hatte einfach partout keinen Bock auf Grossstadt. Mir gefallen die kleinen Nester zurzeit viel besser.
Bin aber schoen Achtsam, so dass ich klar wusste, dass es nur bei mir liegt. (Liebe Mama, ich habe keine Tueren geschlagen!!!! grins) Auch habe ich die anderen in Ruhe gelassen. Ich sage Euch, ich kann SCHWEIGEN!!!
Heute ist alles wieder bestens.
Gestern Abend wurde ich dann noch einmal am Fuss "operiert". Und jetzt sollten die, die OP-Berichte nicht so doll finden, fuer den Rest des Absatzes wegschauen (ich schreibe das hier auch, weil ihr ja Hautnah dabei sein wollt, oder??? - also in Freud und Leid!!!). Auf dem Camino scheint es ein bisschen Brauch zu sein, dass man in die Blasen Faeden einzieht, damit sie austrocknen koennen und sich nicht wieder verschliessen. So hat mir Dr. Cemi, ab heute traegt er den Titel Prof. e.h., also einen Faden durch die Blase gezogen. Das habe ich ueberhaupt nicht gespuert. Dann Pflaster drueber, und Du kannst wieder marschieren. Wie sollte ich auch am kleinen Zeh ein Compeed-Pflaster anbringen. Das ist unmoeglich.
Der Rest des Abends war aufgrund meiner Stimmung aus dem Protokoll zu streichen. Grins
Die Nacht war dafuer ganz gut. Ich war heute morgen gegen 5.30 Uhr wach (war ja auch schon um 21.30 Uhr im Bett) und habe dann um kurz nach 7 Uhr Logrono fluchtartig verlassen (das arme Logrono, es kann garnichts dazu!! hi hi hi).
Es war ziemlich frisch - 10 Grad - aber tendenziell war das Wetter gut. Jetzt im Moment sind sommerliche Temperaturen und die Sonne scheint.
Also heute morgen war es ziemlich frisch. Aber die Fuesse und das ganze Fahrgestell waren gut in Form. Konnte gut Laufen.
Heute war wieder ein Tag, alleine zu laufen. Das tut gut und ist auch mal schoen. Man trifft ja immer wieder -mittlerweile- alte Bekannte, schwaetzt kurz was und dann geht man wieder in die Stille.
Der Weg aus Logrono war so la la. Viele Autobahnen, Industriegebiete usw. Nicht gerade ein besonderer Teil des Weges.
Aber auch das gehoert wohl zu einer solchen Pilgerreise. Man kann eben nicht immer nur romantische Strecken haben.
Nach Logrono kam dann Navarrete. Ab hier wurde der Weg dann wieder ein bisschen schoener. Ueber Ventosa ging es dann Richtung Najera. Dort bin ich nun und dort macht die ganze grosse Familie heute Pause.
Wir sind nun mitten im Weinbaugebiet. Schoene Aussichten auf die Region La Rjoja (oder so aehnlich). Bilder folgen
Gerade laeuft die Waschmaschine. Heute ist Waschtag, aber nicht mit der Hand! Bisschen Pause muss sein.
Bilder von heute werde ich dieser Tage noch nachtragen.
Gerade steht der Wim hinter mir. Ein guter Freund aus unserem Nachbarland Holland (ich kann jetzt nichts anderes schreiben, weil er hinter mir steht) Ich soll Euch alle schoen gruessen, aber auch von seinem MitPilgerBruder Theo. Bilder folgen auch hier noch.
so nun weiter im Weg.
Ich bin heute wirklich gut voran gekommen, obwohl ich spaeter ein bisschen Probleme mit den Fuessen hatte. Bitte keine all zu verfruehte Freude, es gibt keine neue Blasen.
Allerdings tut das Fahrgestell heute ziemlich weh. Es waren immerhin auch heute wieder fast 30 Kilometer.
Ansonsten ist heute nicht viel passiert unterwegs.
Mir fiel unterwegs ein Zitat aus einem Film ein:
"Hast Du einmal Sorgen, so geh mit offenen Augen und Ohren durch den Wald. Und in jedem Baum, jeder Blume wird Dir die Allmacht Gottes bewusst."
Keine Angst, ich habe gerade keine Sorgen, fiel mir halt so ein. Und Wolfgang: ja ich weiss, dass es bestimmt nicht ganz richtig zitiert ist, Du koenntest das besser...grins
Ist das nicht herrlich...ich sage ja, es kommen einem beim Laufen die witztigsten Gedanken.
Sonst faellt mir heute auch nichts ein, was berichtenswert waere. Immerhin ist ja auch erst der halbe Tag rum, oder.
Und nun einige Anmerkungen zu Euren Kommentaren.
Ich freue mich wirklich total darueber. Also macht nur weiter so (sonst wuerde ich ja denken, dass mein Gesuelze keinen Interessiert lach).
Ich als Autor kann sehen, wie oft der jeweilige Beitrag aufgerufen wird. Das pendelt im Moment so zwischen 40 und 145 (nein, das ist nicht gelogen!!) pro Beitrag.
Und zu Geschenken. Dazu kann ich zurzeit nichts sagen. Jetzt wird noch nichts gekauft. Immerhin ist mir schon mein taeglich Brot viel zu schwer. Darueber befinde ich erst in Santiago, wenn ich nur noch zum Flugzeug muss. :-)
Ja und ansonsten werde ich mich weiterhin bemuehen, Euch auf dem Laufenden zu halten.
Der Weg geht weiter, der Camino ruft jeden Tag aufs neue.
Heute gab es auf dem Weg ein tolles Gedicht. Es ruehrte mich ein wenig zu Traenen. Habe es fotografiert. Werde es Euch zukommen lassen, sobald ich wieder an meine Bilder kann.
So, und jetzt ist Schluss. Die Waesche ist schon im Trockner und ich kriege schon leichte Hungergefuehle.
Werde jetzt in die Sonne gehen.
Ich hoffe, Euch allen geht es auch gut.
Morgen werde ich mal eine kuerzere Etappe laufen, damit ich meine Fuesse mal ein bisschen schone. Mache mal wieder einen halben Tag frei.
es gruesst Euch mit
buen Camino
Thomas (mit wieder guter Laune!!!) :-))
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Dienstag, 21. April 2009
21.04.09 Los Arcos nach Logrono
raffaelo3, 18:36h
Hola ihr Lieben,
voranstellen moechte ich jetzt einfach mal, dass ich fuer Euch auch noch ein paar Bilder zum Eintrag 20.04.09 hinzugefuegt habe. Viel Spass damit.
Und zum Beginn heute..so etwas sieht man hier auch..Wegweiser mit den unterschiedlichsten Beigaben. Haeufiger sieht man auf ihnen aber kleine Steine aufgehaeuft.

So nun aber los.
Ich hatte Euch doch berichtet, dass es vorletzte Nacht in Estella so ruhig gewesen ist. Gestern wurde ich eines besseren belehrt. Es war wohl so lange ruhig, bis meine Wenigkeit geschlafen hat. Danach, so mein spanischer Rennfreund Cemi, haette die Ruhe ein Ende gehabt.
Ich stehe einfach dazu. lach
Gestern abend hat mir dann eine Pilgerin erzaehlt, dass sie jetzt anfangen wuerde, die Sachen, die zu schwer fuer sie seien, zu verschenken. Sie habe wohl vorgestern ihr Regencape verschenkt....ich sage nur, Leute triffst Du hier....kopfschuettel (das Regencape waere eines der letzten Dinge, die ich weggeben wuerde. Immerhin ist das erst Tag 5, und nicht der letzte vor Santiago...).
Und solcher Pilger gibt es noch viel mehr.
Ich halte mich aber lieber an die, die mir mehr liegen..
Nun ja, der gestrige Abend verlief ohne groessere Ereignisse. Nach meiner Not-OP hatte ich, wie ihr ja beim gestrigen Eintrag jetzt sehen konntet, ein schoenes Pflaster am kleinen Zeh. Beim Essen hat es mich zumindest nicht gestoert.
Heute habe ich dann ein bisschen Schonhaltung eingenommen. So etwas faellt auf und man wird auch mal angesprochen. Fishing for Mitleid! :-)
Ich habe heute Nacht wunderbar geschlafen. Vermutlich hat - ausser mir - keiner geschnarcht. Hi hi hi
Heute morgen gabs bei Tante (ich weiss ihren Namen garnicht - sie war die Oesterreicherin im Refugio - sehr nett!!!) noch ein schoenes Fruehstueck, mit DEUTSCHEM BROT!!!! geile Sache, sage ich.
Danach sind wir dann auch schon los marschiert.
Heute bin ich mit Annn-Sophie und Cemi unterwegs. Das Wetter zeigt uns wieder seine gute Seite. Die Sonne scheint, es ist aber nicht all zu warm.
mit der Blase habe ich keine groesseren Probleme. Lediglich in unwegigem Gelaende muss ich ein bisschen aufpassen (habe ja sowieso Schonhaltung).
Zunaechst ist der Weg sehr schoen. Wir laufen ein bisschen bergauf und bergab, immer der Sonne entgegen. Es sind auch wieder wunderschoene spanische Doerfer, die wir durchqueren. Fuer die, die zuhause mitschauen: wir gehen durch Torres del Rio und Viana, um nur mal ein Beispiel zu geben.
Diese sind aber wirklich nett.
Nach einer kleinen Mittagspause gehen wir von Viana noch nach Logrono. Das macht dann fuer heute wieder so ca. 29 KM.
Das Wetter ist zwar gut, aber nach Viana ist der Weg nicht mehr ganz so romantisch. Wir sehen schon Logrono, laufen dann an einem Industriegebiet vorbei und hinter einem kleinen Berg kommt dann Logrono in Sicht.
Auf dem Weg nach Logrono kommen wir am Haus von Dona Felisa vorbei. Sie ist 2002 mit 92 Jahren verstorben. Sie hat viele Jahre dort Pilgerstempel (es ist ihr eigenes Zeichen) verteilt. Nun macht dies ihre Tochter - die aber mittlerweile auch schon ziemlich betagt ist.
In Logrono gehen wir dann in die Pilgerherberge.
Es ist ein altes Haus, mitten in der Stadt. Schoen.
Allerdings sind die Raeume ziemlich voll gestellt und eng. Na, das wird wieder eine tolle Nacht.
Aber wenigstens kann ich hier Bilder hochladen und ins Internet.
Bin jetzt gerade ein bisschen genervt, wie ich merke, arbeite aber daran (mit Bier lach).
Die Fuesse tun weh, die Blase war vorhin wieder verschlossen und jetzt wird gleich wieder operiert. :-)
Wie ihr seht, gibt es hier fuer Pilger schon eigene Verkehrszeichen. So etwas muss festgehalten werden.
Wir sind auch brav nebendrann vorbei gegangen, keine Angst. Oder meint ihr, ich wollte noch einen Strafzettel in Spanien machen?
Ansonsten ist alles gut. Ich bekomme langsam Hunger und freue mich auf mein Pilgermenue heute Abend.
Alles ist gut.
Es gruesst Euch ganz herzlich mit einem
buon Camino
Thomas
voranstellen moechte ich jetzt einfach mal, dass ich fuer Euch auch noch ein paar Bilder zum Eintrag 20.04.09 hinzugefuegt habe. Viel Spass damit.
Und zum Beginn heute..so etwas sieht man hier auch..Wegweiser mit den unterschiedlichsten Beigaben. Haeufiger sieht man auf ihnen aber kleine Steine aufgehaeuft.

So nun aber los.
Ich hatte Euch doch berichtet, dass es vorletzte Nacht in Estella so ruhig gewesen ist. Gestern wurde ich eines besseren belehrt. Es war wohl so lange ruhig, bis meine Wenigkeit geschlafen hat. Danach, so mein spanischer Rennfreund Cemi, haette die Ruhe ein Ende gehabt.
Ich stehe einfach dazu. lach
Gestern abend hat mir dann eine Pilgerin erzaehlt, dass sie jetzt anfangen wuerde, die Sachen, die zu schwer fuer sie seien, zu verschenken. Sie habe wohl vorgestern ihr Regencape verschenkt....ich sage nur, Leute triffst Du hier....kopfschuettel (das Regencape waere eines der letzten Dinge, die ich weggeben wuerde. Immerhin ist das erst Tag 5, und nicht der letzte vor Santiago...).
Und solcher Pilger gibt es noch viel mehr.
Ich halte mich aber lieber an die, die mir mehr liegen..
Nun ja, der gestrige Abend verlief ohne groessere Ereignisse. Nach meiner Not-OP hatte ich, wie ihr ja beim gestrigen Eintrag jetzt sehen konntet, ein schoenes Pflaster am kleinen Zeh. Beim Essen hat es mich zumindest nicht gestoert.
Heute habe ich dann ein bisschen Schonhaltung eingenommen. So etwas faellt auf und man wird auch mal angesprochen. Fishing for Mitleid! :-)
Ich habe heute Nacht wunderbar geschlafen. Vermutlich hat - ausser mir - keiner geschnarcht. Hi hi hi
Heute morgen gabs bei Tante (ich weiss ihren Namen garnicht - sie war die Oesterreicherin im Refugio - sehr nett!!!) noch ein schoenes Fruehstueck, mit DEUTSCHEM BROT!!!! geile Sache, sage ich.
Danach sind wir dann auch schon los marschiert.
Heute bin ich mit Annn-Sophie und Cemi unterwegs. Das Wetter zeigt uns wieder seine gute Seite. Die Sonne scheint, es ist aber nicht all zu warm.
mit der Blase habe ich keine groesseren Probleme. Lediglich in unwegigem Gelaende muss ich ein bisschen aufpassen (habe ja sowieso Schonhaltung).
Zunaechst ist der Weg sehr schoen. Wir laufen ein bisschen bergauf und bergab, immer der Sonne entgegen. Es sind auch wieder wunderschoene spanische Doerfer, die wir durchqueren. Fuer die, die zuhause mitschauen: wir gehen durch Torres del Rio und Viana, um nur mal ein Beispiel zu geben.
Diese sind aber wirklich nett.
Nach einer kleinen Mittagspause gehen wir von Viana noch nach Logrono. Das macht dann fuer heute wieder so ca. 29 KM.
Das Wetter ist zwar gut, aber nach Viana ist der Weg nicht mehr ganz so romantisch. Wir sehen schon Logrono, laufen dann an einem Industriegebiet vorbei und hinter einem kleinen Berg kommt dann Logrono in Sicht.
Auf dem Weg nach Logrono kommen wir am Haus von Dona Felisa vorbei. Sie ist 2002 mit 92 Jahren verstorben. Sie hat viele Jahre dort Pilgerstempel (es ist ihr eigenes Zeichen) verteilt. Nun macht dies ihre Tochter - die aber mittlerweile auch schon ziemlich betagt ist.
In Logrono gehen wir dann in die Pilgerherberge.
Es ist ein altes Haus, mitten in der Stadt. Schoen.
Allerdings sind die Raeume ziemlich voll gestellt und eng. Na, das wird wieder eine tolle Nacht.
Aber wenigstens kann ich hier Bilder hochladen und ins Internet.
Bin jetzt gerade ein bisschen genervt, wie ich merke, arbeite aber daran (mit Bier lach).
Die Fuesse tun weh, die Blase war vorhin wieder verschlossen und jetzt wird gleich wieder operiert. :-)
Wie ihr seht, gibt es hier fuer Pilger schon eigene Verkehrszeichen. So etwas muss festgehalten werden.
Wir sind auch brav nebendrann vorbei gegangen, keine Angst. Oder meint ihr, ich wollte noch einen Strafzettel in Spanien machen?
Ansonsten ist alles gut. Ich bekomme langsam Hunger und freue mich auf mein Pilgermenue heute Abend.
Alles ist gut.
Es gruesst Euch ganz herzlich mit einem
buon Camino
Thomas
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Montag, 20. April 2009
20.04.09 Estella nach Los Arcos
raffaelo3, 20:00h
Hier nun noch die Bilder des Tages. Die will ich Euch doch nicht vorenthalten.
Fangen wir mal chronologisch mit dem Beginn des Tages an.
Ich am Weinbrunnen des Klosters Irache. Ich sagte Euch ja, der Brunnen war aus. Aber man beachte und sehe mal: Ich habe meinen tollen roten Regenponcho an. Ist der nicht Huebsch? Den Brunnen haben wir einfach mal ein bisschen verdeckt :-)
Neben mir steht Andra.

Und hier mal einen Eindruck vom heutigen Wetter...

Links im Bild seht ihr einen Wegweiser. Ein gelber Pfeil und in Blau-gelb gehalten eine Jakobsmuschel....denen Dingern rennen wir den ganzen Tag hinterher...(fast so seltsam, wie beim Fussball, wo 22 Mann hinter einem Ball her rennen)
..und ihr erkennt auch noch einmal das Wetter vom Montag

Und fuer den heutigen Tag natuerlich zu guter letzt: DIE BLASE. Sie befindet sich unter dem Pflaster!

Hallo Ihr Lieben,
ich muss zunaechst mal eine Kleinigkeit richtig stellen. Cemi hat mir gesagt, ich soll Euch mitteilen, dass die Spanier einfach etwas spaeter zur Messe gehen. Wir waren wohl zu frueh dran. Es gibt in Spanien wohl gegen Mittag noch eine Messe, die sei wohl eher voll. Somit habe ich meine Schuldigkeit getan, als ich sagte, die Spanier gingen nicht zur Kirche.
Heute gibt es mal wieder keine Bilder. Das hole ich mal wieder nach.
Gestern der Abend ist noch total gut verlaufen. Wir waren schoen beim Italiener und haben lecker Pilgermenue gegessen. Das ist hier so Brauch. Gibt es fast in jeder Stadt. Da gibt es dann verschiedene Speisen, meist 3 Gaenge, und man ist wirklich satt.
(oder habe ich Euch das schon mal geschrieben???)
Nun ja, heute Nacht hat ueberhaupt keiner geschnarcht. Ich bin total verwundert. Constanze, die mit ihrem Mann fuer 2 Wochen die Herberge in Estella betreut, als Hostaliera, hat lecker Fruehstueck gemacht. Sie hat mich auch fotografiert, wo ich mal ganz still in der Ecke sitze. So Wolfgang, reicht das mal fuers erste?? Grins
Aber wer mich kennt weiss ja auch, dass ich morgends ohnehin immer ein bisschen laenger brauche, um wach zu werden :-)
Das Wetter war heut nicht ganz so doll, um nicht zu sagen, dass es einfach geregnet hat (jetzt scheint draussen schon wieder die Sonne).
So habe ich mein wunderbares, rotes, Regencape herausgeholt und uebergeworfen. In Roncesvalles hatte es noch funktioniert, dass es dann aufhoert, zu regnen. Hier aber nicht. Es regnete aber nicht so stark, so dass es ertraeglich war.
Auf dem Weg fiel mir heute ein, dass der Jakobsweg so etwas, wie das Leben ist.
Man faengt an und ist noch ganz unbedarft, weiss noch nicht wie alles funktioniert und auf andere angewiesen. Man ist also das Baby auf dem Camino. So langsam waechst man dann hinein, in den Pilger. Man bekommt hier und da Ratschlaege und wird langsam erwachsen (ich bin gerade ein rebellischer Teenager - aber gutartig lach).
Heute habe ich den Ratschlag befolgt, dass ich mal einen Tag eine kuerzere Etappe machen soll. So habe ich mir einen halben Tag frei genommen. Bin nur bis 12 Uhr gelaufen.
Aber zurueck zu meinem Vergleich. Man geht also in das Leben hinein. Nicht jeder Tag ist ein schoener Tag. Manchmal gibt es Regentage, so wie heute. Macht aber nichts, denn man weiss, dass auch wieder Sonnentage kommen. Also geht man dem Ziel des Lebens entgegen. Bei uns hier ist es Santiago de Compostela. Im Leben gibt es ganz viele Ziele.
Und wenn wir in Santiago ankommen, wissen wir auch nicht, wie es danach weiter geht.
Was einem doch so einfaellt, auf so einem Weg. Ich finde den Vergleich aber sehr schoen und meine es durchaus positiv. Keine Angs, mir geht es blendend!!! :-)
Heute war der Weg also nicht so schwer. Die Fuesse und die Schulter waren nett zu mir. Ich habe die Ratschlaege der "aelteren Pilger" erhoert und mache heute mal NUR 20 KM. lach.
Der Regen war auch nicht so schlimm. Kurz nach dem Start sind wir dann am Kloster Irache vorbei gekommen. Dort gibt es einen Brunnen, aus dem Wein fliesst. Die haben wohl gehoert, dass ich komme (wussten aber nicht, dass ich keinen Rotwein trinke) und kurzerhand den Brunnen abgestellt.
Mir war es wurscht. Aber die anderen Pilger waren traurig.
Ich bin dann meist alleine unterwegs gewesen und mir viele Dinge durch den Kopf gehen lassen (das ist mal wieder Privatsache aetsch).
Es ging durch eine sich wieder veraendernde Landschaft. Jetzt wird der Weinanbau immer mehr. Wir sind hier wohl noch in Navarra (Erdkunde war nie so mein Fall, "Setzen 6, Gotta" lach) und kommen bald nach La Rioja, wo es ja dann auch noch mehr Wein gibt.
Ich habe aber heute eher mehr Gedanken fuer das Ziel.
Heute ist einfach mein Pausentag. Ab 12 Uhr habe ich frei (sagte ich ja schon oben).
Bin dann in Los Arcos angekommen und in der Casa Austria abgestiegen.
Eine nette Herberge. Man(n) spricht Deutsch grins
Und die Freude ward gross, nach und nach kam die ganze Pilgerfamilie, auch die verlorenen Schafe, wieder zusammen. Heute sind wir wirklich eine grosse Runde. Man sagt wohl, dass man alle die, mit denen man angefangen hat zu laufen, auf dem Wege immer wieder trifft. So traf ich ja gestern schon einen Teil und heute stoesst noch der Rest dazu. Wunderschoen.
So und jetzt kommt dann das Gestaendnis:
Ja, ich habe meine erste BLASE!
Aber immer mit der Ruhe. Sie ist nicht wirklich gross (ich habe hier wirklich schon dolle Dinger gesehen) und Schwester Ann-Sophie wird mir gleich operativ den linken, kleinen Zeh entfernen. Dort passiert dann mit Sicherheit nichts mehr.
Nein, keine Angst, sie macht die Blase nur auf und wird mich mit einem huebschen Pflaster versorgen.
Und dann mache mer e bissje heile heile gaensje...und morsche is alles widder gut!
...und ich kann jetzt auch in Sachen Blasen mitreden!!!
In diesem Sinne herzliche Gruesse aus Los Arcos
buon camino
Thomas
Fangen wir mal chronologisch mit dem Beginn des Tages an.
Ich am Weinbrunnen des Klosters Irache. Ich sagte Euch ja, der Brunnen war aus. Aber man beachte und sehe mal: Ich habe meinen tollen roten Regenponcho an. Ist der nicht Huebsch? Den Brunnen haben wir einfach mal ein bisschen verdeckt :-)
Neben mir steht Andra.

Und hier mal einen Eindruck vom heutigen Wetter...

Links im Bild seht ihr einen Wegweiser. Ein gelber Pfeil und in Blau-gelb gehalten eine Jakobsmuschel....denen Dingern rennen wir den ganzen Tag hinterher...(fast so seltsam, wie beim Fussball, wo 22 Mann hinter einem Ball her rennen)
..und ihr erkennt auch noch einmal das Wetter vom Montag

Und fuer den heutigen Tag natuerlich zu guter letzt: DIE BLASE. Sie befindet sich unter dem Pflaster!

Hallo Ihr Lieben,
ich muss zunaechst mal eine Kleinigkeit richtig stellen. Cemi hat mir gesagt, ich soll Euch mitteilen, dass die Spanier einfach etwas spaeter zur Messe gehen. Wir waren wohl zu frueh dran. Es gibt in Spanien wohl gegen Mittag noch eine Messe, die sei wohl eher voll. Somit habe ich meine Schuldigkeit getan, als ich sagte, die Spanier gingen nicht zur Kirche.
Heute gibt es mal wieder keine Bilder. Das hole ich mal wieder nach.
Gestern der Abend ist noch total gut verlaufen. Wir waren schoen beim Italiener und haben lecker Pilgermenue gegessen. Das ist hier so Brauch. Gibt es fast in jeder Stadt. Da gibt es dann verschiedene Speisen, meist 3 Gaenge, und man ist wirklich satt.
(oder habe ich Euch das schon mal geschrieben???)
Nun ja, heute Nacht hat ueberhaupt keiner geschnarcht. Ich bin total verwundert. Constanze, die mit ihrem Mann fuer 2 Wochen die Herberge in Estella betreut, als Hostaliera, hat lecker Fruehstueck gemacht. Sie hat mich auch fotografiert, wo ich mal ganz still in der Ecke sitze. So Wolfgang, reicht das mal fuers erste?? Grins
Aber wer mich kennt weiss ja auch, dass ich morgends ohnehin immer ein bisschen laenger brauche, um wach zu werden :-)
Das Wetter war heut nicht ganz so doll, um nicht zu sagen, dass es einfach geregnet hat (jetzt scheint draussen schon wieder die Sonne).
So habe ich mein wunderbares, rotes, Regencape herausgeholt und uebergeworfen. In Roncesvalles hatte es noch funktioniert, dass es dann aufhoert, zu regnen. Hier aber nicht. Es regnete aber nicht so stark, so dass es ertraeglich war.
Auf dem Weg fiel mir heute ein, dass der Jakobsweg so etwas, wie das Leben ist.
Man faengt an und ist noch ganz unbedarft, weiss noch nicht wie alles funktioniert und auf andere angewiesen. Man ist also das Baby auf dem Camino. So langsam waechst man dann hinein, in den Pilger. Man bekommt hier und da Ratschlaege und wird langsam erwachsen (ich bin gerade ein rebellischer Teenager - aber gutartig lach).
Heute habe ich den Ratschlag befolgt, dass ich mal einen Tag eine kuerzere Etappe machen soll. So habe ich mir einen halben Tag frei genommen. Bin nur bis 12 Uhr gelaufen.
Aber zurueck zu meinem Vergleich. Man geht also in das Leben hinein. Nicht jeder Tag ist ein schoener Tag. Manchmal gibt es Regentage, so wie heute. Macht aber nichts, denn man weiss, dass auch wieder Sonnentage kommen. Also geht man dem Ziel des Lebens entgegen. Bei uns hier ist es Santiago de Compostela. Im Leben gibt es ganz viele Ziele.
Und wenn wir in Santiago ankommen, wissen wir auch nicht, wie es danach weiter geht.
Was einem doch so einfaellt, auf so einem Weg. Ich finde den Vergleich aber sehr schoen und meine es durchaus positiv. Keine Angs, mir geht es blendend!!! :-)
Heute war der Weg also nicht so schwer. Die Fuesse und die Schulter waren nett zu mir. Ich habe die Ratschlaege der "aelteren Pilger" erhoert und mache heute mal NUR 20 KM. lach.
Der Regen war auch nicht so schlimm. Kurz nach dem Start sind wir dann am Kloster Irache vorbei gekommen. Dort gibt es einen Brunnen, aus dem Wein fliesst. Die haben wohl gehoert, dass ich komme (wussten aber nicht, dass ich keinen Rotwein trinke) und kurzerhand den Brunnen abgestellt.
Mir war es wurscht. Aber die anderen Pilger waren traurig.
Ich bin dann meist alleine unterwegs gewesen und mir viele Dinge durch den Kopf gehen lassen (das ist mal wieder Privatsache aetsch).
Es ging durch eine sich wieder veraendernde Landschaft. Jetzt wird der Weinanbau immer mehr. Wir sind hier wohl noch in Navarra (Erdkunde war nie so mein Fall, "Setzen 6, Gotta" lach) und kommen bald nach La Rioja, wo es ja dann auch noch mehr Wein gibt.
Ich habe aber heute eher mehr Gedanken fuer das Ziel.
Heute ist einfach mein Pausentag. Ab 12 Uhr habe ich frei (sagte ich ja schon oben).
Bin dann in Los Arcos angekommen und in der Casa Austria abgestiegen.
Eine nette Herberge. Man(n) spricht Deutsch grins
Und die Freude ward gross, nach und nach kam die ganze Pilgerfamilie, auch die verlorenen Schafe, wieder zusammen. Heute sind wir wirklich eine grosse Runde. Man sagt wohl, dass man alle die, mit denen man angefangen hat zu laufen, auf dem Wege immer wieder trifft. So traf ich ja gestern schon einen Teil und heute stoesst noch der Rest dazu. Wunderschoen.
So und jetzt kommt dann das Gestaendnis:
Ja, ich habe meine erste BLASE!
Aber immer mit der Ruhe. Sie ist nicht wirklich gross (ich habe hier wirklich schon dolle Dinger gesehen) und Schwester Ann-Sophie wird mir gleich operativ den linken, kleinen Zeh entfernen. Dort passiert dann mit Sicherheit nichts mehr.
Nein, keine Angst, sie macht die Blase nur auf und wird mich mit einem huebschen Pflaster versorgen.
Und dann mache mer e bissje heile heile gaensje...und morsche is alles widder gut!
...und ich kann jetzt auch in Sachen Blasen mitreden!!!
In diesem Sinne herzliche Gruesse aus Los Arcos
buon camino
Thomas
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